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Schleswig-Holstein Woher kommt der Kunststoff an Stränden?
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07:03 07.06.2018
Von Heike Stüben
Andrea Raschke-Holtorf (50) und Greta Holtorf (11) haben an Kieler Stränden schon sechs große Plastiktüten mit dem gelben Kunststoff gesammelt. Als begeisterte Segler erleben sie eine zunehmende Meeresverschmutzung und haben im März auf Facebook die Gruppe Küstenmüll gegründet. Das Ziel: Kein Strandgang mehr ohne Tüte, in der Müll gesammelt wird. 200 Bürger machen bereits mit.
Kiel

Sie sind gelb, sehr leicht und fest: Unzählige Teile aus Kunststoff sind an schleswig-holsteinischen Stränden angespült worden. Aufmerksame Bürger haben Alarm geschlagen – zuerst in Eckernförde, dann in Strande, jetzt auch in Kiel. Am Mittwoch haben daraufhin Mitarbeiter des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz am Strand von Schwedeneck gesucht – und wurden ebenfalls fündig. Sie werden nun weiter forschen.

Kielerin fand immer mehr Müll

Andrea Raschke-Holtorf hat die ersten gelben Kunststoffteile am 30. Mai gefunden. Die Lehrerin aus Kiel geht nie ohne eine Mülltüte an den Strand und hielt die ungewöhnlichen Teile zunächst für Einzelfunde. Doch an den folgenden Tagen stolperte sie immer wieder über die auffälligen Bruchstücke - immer an der Westseite der Förde, in Bülk, Schilksee und Falckenstein. „Die größeren Stücke habe ich aufgesammelt, aber im Ufersaum waren bereits viele sehr kleine Stücke zu sehen, die nicht mehr aufzunehmen waren. Offenbar ist ein Teil bereits durch Wellenschlag stark zerkleinert worden“, berichtet die Lehrerin und ist sicher: Die ursprüngliche Kunststoffmenge, die da in die Ostsee gelangt ist, muss groß gewesen sein.

Experte tippt auf Baumaterial

Für Dr. Mark Lenz, der am Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Geomar in Kiel unter anderem die Meeresverschmutzung erforscht, spricht einiges dafür, dass die vorherrschenden Ost- Nordostwinde der letzten Zeit das Material aus Richtung Osten an unsere Küsten getrieben hat. „Das kann über weite Strecken hierher getragen worden sein“, sagt der Diplom-Biologe, der auf Hartschaum aus Polyurethan tippt. Das Material wird vielfältig etwa beim Bauen und Dämmen verwendet.

Ziel: Meer ohne Plastik

Grundsätzlich, betont Lenz, habe Plastik nichts im Meer zu suchen. „Wir sollten den Kunststoff-Eintrag möglichst auf Null reduzieren, weil das Material immer weiter zerfällt und sich als Mikroplastik anreichern kann. Was das auf Dauer bedeutet, wissen wir noch gar nicht.“

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