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Schleswig-Holstein Zahl der Anzeigen steigt
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10:05 16.02.2017
Von Bastian Modrow
Leicht verfügbar: Cannabis wird auch in Schleswig-Holstein gezüchtet. Die Polizei hebt immer wieder Plantagen aus. Quelle: Matt Masin/dpa
Kiel

122 Rauschgiftdelikte wurden der Landespolizei im Jahr 2011 angezeigt, zuletzt waren es 223 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Das Ministerium bestätigt einen „kontinuierlichen Anstieg der Drogendelikte“ im Umfeld von Schulen, betont allerdings, „dass sich aus der Tatörtlichkeit nicht zwingend ein Zusammenhang zum Schulbetrieb oder dort tätigen und unterrichtenden Personen ableiten lässt“. In den meisten Fällen handelte es sich um Cannabis/Marihuana und Amphetamine wie Ecstasy. Besonders betroffen waren die Kreise Pinneberg (52 Fälle) und Herzogtum-Lauenburg (23), die Städte Lübeck (22) und Neumünster (20) sowie der Kreis Segeberg (19). Wie hoch die Dunkelziffer ist, ist unklar.

Nicht unbedingt mehr Konsumenten

Nach den Worten von Mathias Speich, fachlicher Geschäftsführer der Landesstelle für Suchtfragen Schleswig-Holstein (LSSH), bedeuten die steigenden Fallzahlen allerdings nicht, dass auch die Zahl der Konsumenten steigt. „Lehrer sind deutlich besser geschult im Erkennen von Drogen, und mittlerweile ist in jedem Polizeiwagen ein Drogenschnelltest standardmäßig vorhanden, was die Beweisführung erleichtert“, erklärt der Experte. Grundsätzlich sei die Sensibilität und die Anzeigebereitschaft höher als noch vor wenigen Jahren. „Tatsächlich rauchen und trinken weniger Schüler. Die, die konsumieren, konsumieren allerdings meist exzessiver.“ Speich drängt darauf, die Präventionsangebote von Polizei, Jugendhilfe und Schule besser abzustimmen. „Cannabis ist gefährlich und bleibt trotz der öffentlichen Diskussion ein hohes Risiko und schädigt die Entwicklung“, mahnt er.

CDU-Bildungsexperte Volker Dornquast drängt ebenfalls auf eine Verstärkung der Beratung an Schulen. „Jede Prävention ist allerdings sinnlos, wenn sie von Mitgliedern der Koalition durch Verharmlosung des Drogenkonsums konterkariert wird“, kritisiert er und beruft sich auf den Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und SSW, in dem es „vorrangig um Legalisierung, die Anhebung von Eigenmengen, Drogenkonsumräume und staatliche Drogen-Tüvs“ gehe. Kritik äußert Dornquast an der Haltung der Landesregierung, „eine bundeseinheitliche Regelung im Umgang mit Drogenkonsumenten anzustreben, die diese vor Kriminalisierung schützt“. „Das heißt nichts anderes, als Kiffen zu erlauben“, sagt der Politiker.

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