Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Schleswig-Holstein Ermittler rügen Führungsverhalten
Nachrichten Schleswig-Holstein Ermittler rügen Führungsverhalten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:00 01.06.2017
Von Bastian Modrow
Steht in der Kritik: Landespolizeidirektor Ralf Höhs. Quelle: eis: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Nach der Dienstversammlung der Führungskräfte, auf der das Innenministerium sowohl den Vorwurf der Aktenmanipulation als auch des Mobbings zurückgewiesen und Landespolizeidirektor Ralf Höhs verteidigt hatte, meldete sich am Mittwoch der Abgeordnete Patrick Breyer von den Piraten zu Wort. Er forderte die unverzügliche Offenlegung aller Untersuchungsberichte in der Rocker-Affäre.

Breyer bleibt dabei: „Der Kernvorwurf der geschassten Ermittler ist, dass die Aussage eines Informanten nicht hätte geheim gehalten werden dürfen, weil diese Person keinen notwendigen Schutzstatus gehabt habe.“ Ohne Vertraulichkeit habe es auch keine Rechtfertigung gegeben, „seine freiwillig getätigte Aussage zu unterdrücken und damit die Inhaftierung Unschuldiger zu riskieren“, erklärte Breyer. Dem Haftrichter, dem Strafgericht und der Verteidigung seien entscheidende Informationen vorenthalten worden, so der Jurist.

Die Dienstversammlung wurde am Mittwoch auch innerhalb der Landespolizei diskutiert. Das Auftreten des Landespolizeidirektors sorgte bei manchen für Kopfschütteln. Als „unglaubwürdig“ und „bizarr“ empfinden viele die von Höhs vorgetragene Geschichte von einem Nachbarskind, das ihn gefragt habe, ob er ein „böser Polizist“ sei. Teilnehmer der Dienstversammlung beklagen zudem, dass zu den schweren Mobbing-Vorwürfen keine konkreten Aussagen getroffen worden seien.

Für neuen Zündstoff sorgt auch der 19 Seiten starke Untersuchungsbericht, den Ermittler des Landeskriminalamtes Mecklenburg-Vorpommern 2012 verfasst hatten. Wie berichtet, hatte der Leiter der Polizeiabteilung im Ministerium, Jörg Muhlack, auf der Dienstversammlung betont, dass weder die externen Ermittler noch die Staatsanwaltschaft Kiel bei der Überprüfung der Vorgänge in der Soko Rocker einen Anlass für weitere dienstrechtliche oder strafrechtliche Ermittlungen gesehen hätten. Dem NDR zufolge ist in dem bislang unter Verschluss gehaltenen Papier aber auch von „unpräzisen Ablaufstrukturen“, „persönlichen Befindlichkeiten“ und zum Teil „defizitärem Führungsverhalten“ die Rede. Dies betrifft den damaligen LKA-Vize Höhs und den Chef der Soko Rocker, Mathias E., gegen die sich die schweren Vorwürfe richten.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Seit April 2017 graben Archäologen wieder in Haithabu bei Schleswig. 3000 Funde haben sie seither auf dem Gräberfeld gemacht. Jetzt wurden die spektakulärsten aus der Wikingerzeit präsentiert - entdeckt in dem Material, das Archäologen bereits kurz vor Kriegsbeginn 1939 untersucht hatten.

Heike Stüben 31.05.2017

Aufregung in der Innenstadt Husum: Ein 50-jähriger Autofahrer hat am frühen Nachmittag mit einer Autobombe gedroht. Er fuhr über den Marktplatz bis er von einer Zivilstreife gestoppt und festgenommen wurden. Mittlerweile gab es Entwarnung.

Niklas Wieczorek 31.05.2017

Erstmals in Deutschland setzt die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des UKSH kleine Roboter ein, um den jungen Patienten den Krankenhausalltag zu erleichtern.

KN-online (Kieler Nachrichten) 31.05.2017