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Kieler Ölmühle verspricht Aufklärung

Salmonellen-Verdacht Kieler Ölmühle verspricht Aufklärung

Möglicherweise mit Salmonellen belastetes Mischfutter, das auch an Landwirte in Schleswig-Holstein geliefert wurde, stammt aus der Kieler Ölmühle der Raps Ölsaatenverarbeitung: Das bestätigte das Unternehmen, eine Tochtergesellschaft des Landhandelskonzerns Hauptgenossenschaft Nord AG, auf Anfrage.

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Der sogenannten Rapskuchen, der nach der Ölpressung übrigbleibt, wird zu Tierfutter verarbeitet.

Quelle: Sonja Paar

Kiel. Landwirtschafts- und Verbraucherministerium hatten am 29. Dezember 2017 über den Salmonellen-Verdachtsfall informiert. Dabei kritisierten sie die Informationspolitik des Unternehmens, das selber Ende Oktober bei einer Eigenkontrolle des Tierfutters Salmonellen im Rapskuchen entdeckt, dies aber nicht an die zuständigen Behörden weitergemeldet hatte. "Wir haben seit Bekanntwerden des Verdachts vollumfänglich mit den Behörden kooperiert und werden alle beteiligten Behörden auch weiterhin bis zur vollständigen Aufklärung unterstützen", teilte nun eine Sprecherin mit.

Bei erneuten Untersuchungen der betroffenen Chargen des Rapskuchens, der als sogenanntes Nachprodukt bei der Rapsölherstellung anfällt, wurden demnach keine Salmonellen nachgewiesen. Wie und wo genau es zu einer Verunreinigung gekommen sei, werde derzeit geprüft.

Ölmühle darf bereits hergestelltes Tierfutter derzeit nicht mehr verkaufen

Weil Tiere durch belastetes Futter an einer meldepflichtigen Salmonella-Infektion erkranken können, müssen Landwirte im Norden ihre Schlachtbetriebe informieren, teilte das Landwirtschaftsministerium mit. Demnach wurden seit dem 24. Oktober, dem Zeitpunkt des Verdachtsfalls, mehr als 1000 Rinder- und Schweinemastbetriebe mit Futtermehl oder Rapskuchen-Pallets aus der Kieler Ölmühle beliefert. Diese produziert nach eigenen Angaben im Jahr 90.000 Tonnen Rapskuchen sowie 60.000 Tonnen Rapsöl.

Seit etwa zwei Wochen darf die Kieler Ölmühle bereits hergestelltes Tierfutter nicht mehr verkaufen und wurde zudem verpflichtet, die Vertriebswege sowie mögliche Ursachen für die Verunreinigung zu überprüfen. Zudem müsse Futtermittel vor Auslieferung auf mehr als 100 Grad erhitzt sowie vorsorglich auf Salmonellen untersucht werden, teilte das Landwirtschaftsministerium mit.

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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