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Schleswig-Holstein Vonovia reagiert auf Mieter-Proteste
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10:00 07.12.2018
Von Heike Stüben
Der Vorstandsvorsitzende der Vonovia SE, Rolf Buch, sieht sich mit wachsendem Widerstand von Mietern konfrontiert, die sich gegen Mieterhöhungen nach energetischer Sanierung wehren. Quelle: Marcel Kusch
Kiel

Vonovia-Chef Rolf Buch begründete die Entscheidung mit einer „dramatisch zurückgegangenen gesellschaftlichen Akzeptanz“ für die Aufschläge. Eine Rolle spielt aber wohl auch eine Änderung im Mietrecht: Ab 2019 dürfen nur noch maximal acht Prozent der Modernisierungskosten im Jahr auf die Miete umgelegt werden. Bedeutet:Pro Quadratmeter darf die Miete bis zu drei Euro steigen - bei  Miete unter sieben Euro pro Quadratmeter dürfen nur noch zwei Euro aufgeschlagen werden.

Mieter wehren sich immer öfter

Eine neue Heizung, die Solaranlage auf dem Dach, neue Fenster – bisher dürfen Hausbesitzer nach solchen Modernisierungen bis zu elf Prozent der Kosten auf die Miete umlegen. An vielen Orten haben sich Mieter gegen diese Mieterhöhungen gewehrt. "Denn oft ist das, was die Mieter nachher an Energie einsparen, gering, die Miete aber so hoch, dass sich Mieter die Wohnung nicht mehr leisten können“, sagt Jochen Kiersch, Landesvorsitzender des Mieterverein Schleswig-Holstein.

Vonovia will Sanierungen runterfahren

Vonovia will künftig nur noch sanieren, wenn sich die Miete dadurch höchstens um zwei Euro je Quadratmeter erhöht. Aktuelle Projekte sollen auf den Prüfstand.  Vonovia besitzt allein in Schleswig-Holstein 36.000 Wohnungen.

Breitner warnt vor Sanierungsstau 

VNW-Chef Andreas Breitner sieht in der neuen Vonovia-Linie den Beweis, dass die Wohnungswirtschaft die Klimaschutzziele nicht erreichen kann. Nicht wenige Wohnungen aus den 1950er- oder 60er-Jahren mit Quadratmeter-Mieten unter fünf Euro hätten dringenden Sanierungsbedarf. Aber mit Mietsteigerungen von zwei Euro pro Quadratmeter sei das nicht zu schaffen. "Die Unternehmen müssen entscheiden, ob sie eine Wohnung altersgerecht sanieren oder energetisch modernisieren.“ Beides sei nicht mehr möglich. Das führe zu Sanierungsstaus und letztlich zu deutlich höheren Mieten.

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