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Schleswig-Holstein Bisher kein Einfluss auf Brotpreise
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15:42 10.07.2018
Erst zu nass, dann zu trocken: Die Aussichten bei der Getreide- und Rapsernte in Schleswig-Holstein sind schlecht. Quelle: Patrick Pleul
Scharbeutz

Wegen der anhaltenden Trockenheit müssen Landwirte in Schleswig-Holstein mit Umsatzeinbußen von bis zu 50 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen drei Jahre rechnen. Für eine Reihe von Betrieben sei das existenzbedrohend, sagte Landwirtschaftskammer-Präsident Claus Heller am Dienstag in Scharbeutz. Bei allen Getreidearten, beim Raps sowie auf Wiesen und Weiden seien unterdurchschnittliche Erträge zu erwarten. Genaue Prognosen zur Menge und Qualität der Ernte gebe es aber noch nicht. "Abgerechnet wird immer erst, wenn das Korn im Sack ist."

Stroh bereits knapp und teuer

"Betroffen sind auch die viehhaltenden Betriebe, denn durch die schlechten Erträge gibt es auch weniger Futtergras und weniger Stroh als Einstreu und zu Futterzwecken", sagte Heller. In einigen Teilen des Landes sei Stroh bereits sehr knapp und teuer.

Gersteernte fast zwei Wochen früher

Wegen der seit Mai anhaltenden Wärme und Trockenheit ist die Gersteernte im Land fast abgeschlossen. Viele Landwirte hatten die Ernte um rund zwei Wochen vorgezogen. "Einige Flächen wurden bereits Ende Juni abgeerntet und die kompletten Pflanzen als Futtersilage oder für die Biogas-Erzeugung gehäckselt", sagte Heller. Die Ernte von Raps und Weizen folgt nach Angaben Hellers Mitte Juli bis Anfang August - ebenfalls früher als im vergangenen Jahr.

Doch nicht nur die Trockenheit ist schuld an den schlechten Ernteaussichten. Wegen des regenreichen Herbsts 2017 sind rund 25 Prozent weniger Raps und rund 28 Prozent weniger Winterweizen auf den Feldern ausgesät worden. Viele Landwirte hätten stattdessen auf Sommergetreide gesetzt und seien von der Trockenheit überrascht worden, sagte Heller.

Massive finanzielle Belastung für Betriebe

"Alle Betriebe werden nach unserer Einschätzung in diesem Jahr Erlöseinbußen hinnehmen müssen", sagte Kammergeschäftsführer Peter Levsen Johannsen. "Dieses Jahr ist für den durchschnittlich wirtschaftenden Ackerbaubetrieb das zweite, beim Raps sogar das dritte schwierige Jahr in Folge", sagte Johannsen. Das bedeute eine massive finanzielle Belastung für die Betriebe.

Kaum Auswirkungen für Verbraucher

Wegen der erwarteten geringeren Erntemengen rechnet die Kammer mit steigenden Erzeugerpreisen. Für die Verbraucher werde das aber kaum Auswirkungen haben, sagte Heller. "Weltweit ist reichlich Getreide am Markt, außerdem macht der Rohstoffanteil beim Brötchen gerade mal einen Cent aus."

Von dpa/lno

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