Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Schleswig-Holstein Der Wolf ist weg: Neues über GW 781
Nachrichten Schleswig-Holstein Der Wolf ist weg: Neues über GW 781
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:00 16.12.2017
Von Heike Stüben
Aufmerksam und abwartend- solche Portraits gelingen meist nur in Wildtierparks wie hier im nordrhein-westfälischen Isselburg. Quelle: Bernd Thissen
Flintbek

Der Wolf stammt aus einem Rudel in Mecklenburg-Vorpommern und ist in diesem Jahr nach Schleswig-Holstein gekommen. Möglicherweise steckt er hinter viel mehr Wolfssichtungen und -spuren, die in diesem Jahr zwischen den Meeren gemeldet wurden. Das Problem: Für eine eindeutige Identifikation sind genetisch verwertbare Spuren notwendig und die werden nur in wenigen Fällen gefunden. Nachweislich hat der Wolfsrüde auf seinem Weg durch Schleswig-Holstein zunächst Ende August zwei Rehe bei Weede im Kreis Segeberg gerissen. GW 781 hat in den Tagen danach seinen Hunger noch mit einem Schaf im Kreis Segeberg gestillt, bevor er weiter nach Nordwesten gezogen ist. Ob er auch dafür für das getötete Schaf und zwei verletzte Tiere in Breiholz verantwortlich ist, ist wahrscheinlich, konnte letztlich aber nicht nachgewiesen werden.

Nachweislich hat der Wolfsrüde aber im September an drei Orten auf Eiderstedt Schafherden angegriffen. Dabei wurden drei Schafe getötet und zwölf Schafe verletzt.

Der letzte Nachweis wurde am 21. Oktober bei Oeversee gefunden: Dort fielen einem Jäger bei einem Rehriss Haare auf. Die genetische Analyse der einzigen Haarwurzel beim Nationalen Referenzzentrums für genetische Untersuchungen bei Luchs und Wolf in Gelnhausen ergab dann, dass GW 781 das Reh gerissen hatte.

Für das zuständige Landesamt LLUR in Flintbek zeigt das, dass der Wolf sich nicht wie von Schafhaltern befürchtet auf Haustiere spezialisiert hat, sondern durchaus auch Wildtiere erbeutet. Allerdings weisen die ehrenamtlichen Wolfsbetreuer immer wieder daraufhin, dass Schafe, weil sie kaum Fluchtverhalten zeigen und oft noch nicht durch spezielle, vom Land geförderte Schutzzäune gesichert sind, leichte Beute für Wölfe werden können.

Nach dem Fund in Oeversee gab es keine Spur mehr von dem jungen Wolf – bis aus Dänemark die Nachricht kam: GW 781 ist jetzt hier. Er hat in Nordjütland ein Schaf gerissen.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Rekord-Regenmengen haben den Landwirten in Schleswig-Holstein zugesetzt. Mit verheerenden Auswirkungen für die Bauern: Die Ernte verfaulte zum Teil auf den Feldern, und vielerorts fiel die Aussaat für die kommende Saison buchstäblich ins Wasser. Die Folgen: Die Anbauflächen werden weniger.

16.12.2017

Autofahrer aufgepasst: Ab sofort werden Geschwindigkeitsverstöße auf der Rader Hochbrücke an der A7 bei Rendsburg wieder geahndet. Aufgrund eines technischen Defektes hatte die Polizei seit Anfang September von einer Bestrafung abgesehen.

Christian Hiersemenzel 15.12.2017

Schleswig-Holsteins Städte und Gemeinden dürfen ab dem nächsten Jahr wieder selbst entscheiden, ob sie Straßenausbaubeiträge erheben.

15.12.2017
Anzeige