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Schleswig-Holstein Bürger messen Luftbelastung an Straßen
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11:52 02.04.2018
Von Heike Stüben
Mit solchen Passivsammlern wurde der Gehalt von Stickstoffdioxid an 559 Stellen in Deutschland bei der Aktion der Deutschen Umwelthilfe ermittelt. Die Debatte um drohende Fahrverbote wegen der Luftverschmutzung durch Diesel-Abgase hatte im vergangenen Jahr viele Bürger aufgeschreckt: Nach einem Aufruf der Deutschen Umwelthilfe wurden bundesweit 1700 Stellen gemeldet, an denen Bürger zu hohe Stickstoffdioxid-Belastungen durch Straßenverkehr vermuten. Quelle: Hendrik Schmidt/DUH
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Kiel

Die Bürger vor Ort wurden mit Passivsammlern ausgestattet, die an Verkehrsschildern und Bäumen angebracht und nach einem Monat zurückgeschickt wurden. „Mit 559 Stellen wurden mehr als doppelt so viele verkehrsnahe Messorte erfasst wie in dem behördlichen Messnetz. Die Ergebnisse unserer Messaktion sind erschreckend“, erklärte Jürgen Resch, Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe DUH.

An 67 Straßenzügen, die bisher nicht als Risiko bekannt waren, sei der Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter überschritten worden. Dabei wurden Höchstwerte von 70 bis 80 Mikrogramm gemessen. Betroffen waren vor allem Berlin, München, aber auch Städte wie Aschaffenburg, Marburg oder das kleine Alsfeld in Hessen. Keiner dieser Orte lag allerdings in Schleswig-Holstein.

Keine Entwarnung für Schleswig-Holstein

Dennoch mag Resch auch für den Norden keine Entwarnung geben. „Denn insgesamt wurden bei dem Programm an 89 Prozent der Messstellen gesundheitlich bedenkliche Belastungen der Atemluft mit dem Dieselabgasgift Stickstoffdioxid NO2 festgestellt.“ Solche Gesundheitsrisiken bestehen laut Umwelthilfe schon bei einem Jahresmittelwert ab 20 Mikrogramm. Das hat unter anderem eine Studie der Weltgesundheitsorganisation (Health risks of air pollution in Europe) festgestellt.

Die in Schleswig-Holstein ermittelten Werte der DUH-Aktion liegen alle über diesem Wert (siehe interaktive Karte). So wurden in Kiel am Ziegelteich nahe des Sophienblatts 38,1 Mikrogramm ermittelt. Ahrensburg und Elmshorn folgten mit 37 und 36 Mikrogramm.

Interaktive Karte: Messergebnisse

Die amtlichen Werte des Umweltbundesamtes UBA sind Mittelwerte aus dem gesamten Jahr 2017. Die Werte der Deutschen Umwelthilfe DUH sind  im Februar 2018 von Bürgern ermittelt worden.

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