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Schleswig-Holstein Viele Patienten sind keine Notfälle
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10:00 13.02.2018
Von Heike Stüben
Die Notaufnahmen werden allzu oft von Menschen genutzt, die nicht ernsthaft erkrankt sind. Portalpraxen könnten dafür sorgen, dass diese Patienten versorgt werden, ohne die Notaufnahmen zu verstopfen. Quelle: Sven Hoppe
Kiel.

Hat der Arzt keine Sprechstunde, suchen viele Schleswig-Holsteiner gleich die Notaufnahme auf. Jeder Dritte hat das laut Forsa in den vergangenen drei Jahre  gemacht. Sind die Patienten erst einmal in der Klinik, müssen sie auch angeschaut und zumindest erstversorgt werden. Dabei werden nur sechs von zehn Patienten  als Notfall eingestuft.

Die Folgen der massenhaften Fehl-Inanspruchnahme: lange Wartezeiten in den Notaufnahmen, überlastetes Personal, hohe Defizite. Für die Notaufnahmen in den Krankenhäusern sei das schlechterdings eine Katastrophe, klagt der ärztliche Direktor vom Friedrich-Ebert-Krankenhaus (FEK) in Neumünster, Dr. Ivo Heer. „Denn es hält uns von echten Notfällen weg und erhöht das Defizit in den Notaufnahmen beträchtlich."

Der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein, Bernd Krämer, bestätigt das Defizitproblem: Ein Fall in der Notaufnahme werde mit 32 Euro vergütet, die Kliniken wendeten aber im Schnitt 120 Euro auf.

Ärzte, Kassen und Krankenhäuser fordern Portalpraxen, in denen niedergelassene und Klinikärzte der Notaufnahme zusammenarbeiten. An einem gemeinsamen Tresen wird entschieden, ob ein Patient ambulant oder notfallmäßig behandelt wird. Erste Portalpraxen gibt es bereits. Doch dort dürfen niedergelassene Ärzte nur außerhalb der Praxiszeiten tätig sein. Für Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) ein Unding. Auch für Armin Tank, Landeschef des Verbands der Ersatzkassen, fordert: "Der Bund muss die rechtlichen Hürden schnellstmöglich beseitigen."

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