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Schleswig-Holstein 150 Mio. Euro in Container investiert
Nachrichten Schleswig-Holstein 150 Mio. Euro in Container investiert
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10:22 29.09.2018
Heute werden die Container kaum noch als Flüchtlingsunterkünfte genutzt. Quelle: Frank Molter/dpa
Kiel

Für Flüchtlings-Container hat das Land Schleswig-Holstein seit dem Jahr 2015 etwa 150 Millionen Euro ausgegeben. Es seien rund 10.000 Container gekauft oder gemietet worden, teilte ein Sprecher des Innenministeriums auf Anfrage in Kiel mit.

Inzwischen werde kein einziger Container vom Land Schleswig-Holstein mehr als Wohnunterkunft genutzt. 1500 Container habe das Land verschenkt - an Kommunen, Universitäten, Schulen, Behörden, Justizvollzugsanstalten oder gemeinnützige Organisationen. 500 weitere Container seien für 750.000 Euro veräußert worden. Auch Kommunen wie Kiel, Lübeck oder Flensburg hatten seit 2015 selber Container für Flüchtlinge gekauft oder gemietet.

Unis in Schleswig-Holstein nutzen Container

Hauptnutznießer von nicht mehr gebrauchten Containern des Landes Schleswig-Holstein sind die Hochschulen. Seit 2016 wurden laut Ministerium insgesamt rund 1200 Einzelcontainer zu 50 Gebäuden an verschiedenen Standorten aufgestellt. Neben der Fachhochschule Kiel haben die Universität Lübeck, die Fachhochschule Lübeck, die Universität Kiel, die Europauniversität Flensburg, die Hochschule Flensburg und die Fachhochschule der Westküste das Angebot in Anspruch genommen.

Zusätzlich sind Containergebäude in den Landesliegenschaften der Polizeischule Eutin, des Polizeizentrums Eichhof in Kiel, der Justizvollzugsanstalt Lübeck, des Amtsgerichts Lübeck sowie des Landgerichts Lübeck aufgestellt worden. „Derzeit ist keine weitere Abgabe von Containern geplant“, sagte der Ministeriumssprecher.

So nutzt die Stadt Kiel die Flüchtlingscontainer

Die Landeshauptstadt Kiel erwarb 220 Container für rund 1,9 Millionen Euro. „Diese Container werden noch für die Unterbringung von Flüchtlingen beziehungsweise auf dem Gelände einer Flüchtlingsunterkunft für die Unterbringung anderer Personenkreise genutzt“, sagte ein Stadtsprecher. Bisher seien lediglich vier Container für Nutzungen im Bereich des Segelsports freigegeben worden.

Die künftige Verwendung der restlichen Container sei noch offen. Erwogen werde, sie zur Obdachlosenbetreuung, für Sportvereine und öffentliche Einrichtungen zur Verfügung zu stellen.

Lübeck hat Container gemietet

In Lübeck gibt es nach Angaben von Stadtsprecherin Nicole Dorel keine leerstehenden Flüchtlingsunterkünfte. „Unsere Wohncontainer sind gemietet oder geleast und werden zurückgegeben, sobald sie nicht mehr benötigt werden“, sagte Dorel.

Die meisten Flüchtlinge seien inzwischen in Wohnungen oder feste Gemeinschaftsunterkünfte umgezogen. „Anders als in anderen Kommunen wurde in Lübeck viele Unterkünfte angemietet, etwa in Hotels oder Ferienwohnungen“, berichtete Dorel.

Während der Flüchtlingskrise 2015/2016 habe es etwa 50 Gemeinschaftsunterkünfte im ganzen Stadtgebiet mit unterschiedlicher Vertragslaufzeit gegeben. Dadurch habe man schneller auf den aktuellen Unterkunftsbedarf reagieren können „Außerdem konnten die Flüchtlinge so besser integriert werden.“

Flensburg hat keine Container gekauft

Zwei größere Erstaufnahmeeinrichtungen werden noch in Flensburg betrieben. In der einen sind nach Angaben eines Stadtsprechers 124 von 180 Plätzen belegt, in der anderen 174 von 258. Beide Gebäude seien richtige Holzständerbauten, für die man sich auch andere Nutzungen vorstellen könne. Zudem bemühe sich die Stadt um dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen.

Container hatte die Stadt Flensburg gar nicht gekauft. Die Container, die auf einem zentralen Platz aufgestellt waren, waren von einer Firma in Dänemark gemietet und sind mittlerweile abgebaut und wieder zurück im Nachbarland.

Von dpa

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