Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Schleswig-Holstein Deutliche Kritik an SWN
Nachrichten Schleswig-Holstein Deutliche Kritik an SWN
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:00 07.12.2018
Von Thorsten Geil
Die Stadtwerke Neumünster haben es sich gerade mit sehr vielen Dienstleistern verscherzt. Die Einkaufsabteilung kürzt jetzt jede Rechnung erst einmal bis auf Weiteres um drei bis fünf Prozent. Quelle: SWN
Neumünster

Grund für die angespannte Stimmung ist ein Schreiben der SWN-Einkaufsabteilung, welches die Zahlungsmodalitäten zum Dezember neu regelt. Demnach sollen Rechnungen ohne Abzug künftig erst nach 90 Tagen beglichen werden, nach 14 Tagen künftig mit einem Abzug von fünf Prozent der Rechnungssumme.

Handwerkskammer: "Stadtwerke tun sich keinen Gefallen"

Für Andreas Katschke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Lübeck, steht fest: „Das ist kein fairer Umgang mit Betrieben, die mit den SWN seit Jahren vertrauensvoll zusammenarbeiten. Damit tun sich die Stadtwerke auch keinen großen Gefallen.“

Als „zumindest ungewöhnlich“ bezeichnet Martin Kruse von der IHK Schleswig-Holstein das Vorgehen der Stadtwerke: „Das ist ein nicht ganz alltäglicher Vorgang, auch, weil die Umstellung der allgemeinen Geschäftsbedingungen ohne vorherige Information erfolgt ist“, sagt der Industrieexperte. Je mächtiger ein Unternehmen im Markt sei, desto leichter könnte möglicherweise die Änderung der Zahlungsweise durchgesetzt werden.

IHK: Üblicherweise werden Änderungen persönlich geklärt

Zudem erscheine ein Rechnungsabzug von bis zu fünf Prozent „auf den ersten Blick recht hoch“, sagt Kruse. Zwischen Geschäftspartnern sei es üblich, der anderen Seite die Möglichkeit zu geben, einer Änderung der AGB zuzustimmen oder zu widersprechen. „Gerade bei langjährigen Geschäftspartnern ist es üblich, statt eines allgemeinen Anschreibens den engen, persönlichen Kontakt zu pflegen, um solche Dinge gemeinsam zu fixieren“, sagt Kruse.

Der Preisnachlass auf den Rechnungsbetrag (Skonto) ist nach Angaben von Marcus Schween von der IHK Schleswig-Holstein auch ohne gesetzliche Regelung je nach Branche weit verbreitet – „oftmals auch ohne vertragliche Fixierung“, sagt der Rechtsexperte. „Der Geschäftspartner muss dem aber nicht zustimmen, das gilt natürlich auch für die von den SWN verschickten AGB-Änderungen.“

Stadtwerke rudern zurück

Nach dem Bericht dieser Zeitung und zahlreichen Reaktionen aus dem Kreis der Lieferanten ruderten die SWN-Geschäftsführer gestern zurück. „Wir gestehen zu, dass das Schreiben zu den Zahlungskonditionen das Haus zu früh verlassen hat: Der Tenor ist nicht sehr freundlich. Das tut uns leid. Wir können nur alle Kunden, die darüber irritiert waren, bitten, mit uns Kontakt aufzunehmen. Ein gutes partnerschaftliches Verhältnis ist uns wichtig. Das wollen wir nicht aufs Spiel setzen“, teilten Tino Schmelzle und Thomas Junker mit.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Zehn Jahre kämpfte Gudrun Grimm um Brennrechte für ihre Destillerie Gottesgabe in der Gemeinde Giekau (Kreis Plön). Nach einem schier endlosen Gang durch Behörden und Gerichte hat sie es erreicht. Ihr Betrieb ist die erste und bislang einzige Abfindungsbrennerei in Schleswig-Holstein.

Hans-Jürgen Schekahn 07.12.2018

Trotz des Streits zwischen Bund und Ländern hat sich Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) dafür ausgesprochen, dass der Digitalpakt Schule schnell auf den Weg kommt. Eine geplante Grundgesetzänderung ist bei den Ländern umstritten. Daniel Günther sprach von einer Nacht-und-Nebelaktion.

Christian Hiersemenzel 07.12.2018

In Lübeck wird der Impfstoff gegen Tollwut knapp. Ärzte sind aktuell nicht in der Lage, alle Patienten, die vor einer Fernreise stehen, sofort zu impfen.

06.12.2018