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Schleswig-Holstein Zuwanderer häufiger kriminell belastet
Nachrichten Schleswig-Holstein Zuwanderer häufiger kriminell belastet
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22:15 07.03.2018
Von Niklas Wieczorek
Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) stellte die Studie mit dem Kriminoligischen Forschungsinstitut Niedersachsen und dem LKA Schleswig-Holstein vor. Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Die Studie hat das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) erarbeitet. Dessen Leiter Professor Thomas Bliesener stellte die Ergebnisse am Mittwoch mit Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) und dem Leitenden Kriminaldirektor Peter Fritzsche vom Landeskriminalamt vor. Schleswig-Holsteins Strafverfolgungsbehörden seien bereits gut aufgestellt, um Kriminellen das Handwerk zu legen, so Innenminister Grote. Das gelte unabhängig von Wohnsitz und/oder Nationalität. "Die Erkenntnisse der heutigen Studie geben uns allerdings wichtige Hinweise, wie wir noch besser werden können", so Grote. Das gelte vor allem für das Gelingen von Integrationsarbeit.

Für die Studie verglich das Forschungsinstitut die Anzahl der im schleswig-holsteinischen Ausländerzentralregister verzeichneten Personen mit der Anzahl der tatverdächtigen Nichtdeutschen. Somit konnte eine sogenannte Tatverdächtigenrate (TVR) errechnet werden, die sich direkt mit der deutschen Bevölkerung vergleichen ließ. Ausgenommen wurden dabei ausdrücklich nichtdeutsche Personen, die zum Tatzeitpunkt auf der Durchreise in Deutschland waren. Laut Kriminologen hatte diese Differenzierung einen Vergleich vormals oft erschwert.

Als zentrale Ergebnisse für den Untersuchungszeitraum 2013 bis 2016 führt das KFN zum einen eine erhöhte Kriminalitätsbelastung der nichtdeutschen Meldebevölkerung an. Zwar könne ein großer Anteil durch unterschiedliche Alters- und Geschlechtsstrukturen (Nichtdeutsche sind statistisch jünger und häufiger Männer) erklärt werden – dennoch bleibe auch danach eine 1,5- bis zweifach erhöhte Tatverdächtigenrate. Das KFN verwies aber auch auf soziale Faktoren, die diese Kriminalitätsbelastung erklären. Im Zuge der Flüchtlingsbewegungen nach Deutschland im Jahre 2015 stieg die TVR außerdem leicht im Vergleich zum Vorjahr an.

Anstieg bei Diebstahl und Gewalttaten

Insgesamt sei die Steigerung in den analysierten Jahren 2013 bis 2016 vor allem im Bereich des einfachen Diebstahls und bei Rohheitsdelikten, also unter Anwendung von Gewalt, festzustellen. Weitere Erkenntnisse: Vor allem Ausländer werden Opfer von Straftaten nichtdeutscher Personen, und es gibt erhebliche Unterschiede zwischen den Nationalitäten. Hinsichtlich der zuwanderungsstarken Gruppen seit 2015 weisen Menschen aus Syrien eine deutlich niedrigere TVR auf als beispielsweise aus Afghanistan. Die insgesamt höchste Belastung errechneten die Forscher für Rumänien, Bulgarien, Irak und Iran.

Innenminister Grote betonte bei der weiteren auch bundespolitischen Arbeit komme es jetzt auf Fragen wie den Familiennachzug an: Integration gelinge viel einfacher, wenn die Familie dabei ist. Außerdem forderte der Minister einen schnelleren Abschluss der Asylverfahren und ein klares Fachkräftezuwanderungsgesetz. Er erläuterte außerdem, dass die Landespolizei auch durchreisende Straftäter weiter im Blick habe. Diese standen jedoch nicht im Fokus der Studie, die sich mit der gemeldeten Bevölkerung befasste.

Auf die Studie warteten Politik und Öffentlichkeit gespannt, vor allem nachdem interne Lagebilder der Polizei zur Flüchtlingskriminalität sowie Irritationen um Äußerungen des damaligen Innenministers Stefan Studt (SPD) und eine sogenannte Albanerbande aufgetaucht waren.

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