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Schleswig-Holstein Polizei besser für Terrorlagen gewappnet
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14:41 23.04.2018
Schleswig-Holsteins Polizei erhält eine bessere Ausrüstung, um auch im Fall von Terroranschlägen besser gewappnet zu sein. Quelle: Christian Charisius
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Kiel

Schleswig-Holsteins Polizei hat für 15,3 Millionen Euro eine bessere Ausrüstung angeschafft, um auch im Fall von Terroranschlägen besser gewappnet zu sein. Die sei notwendig, da gerade Beamte im Streifendienst meist die ersten Kräfte am Einsatzort seien und möglichst schnell gegen Attentäter vorgehen können müssten, sagte Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) am Montag in Kiel.

Gemeinsam mit dem Leitenden Polizeidirektor Thomas Thiede stellte Grote das neue Ausstattungspaket vor. Dazu gehören stärkere kugelsichere Westen und Helme, 531 neue Sturmgewehre und 14 Anhänger mit moderner Ausrüstung für das Einrichten von Kontrollstellen.

Abstrakte Gefahrenlage für Schleswig-Holstein

„Es gibt keine konkreten Hinweise auf einen Anschlag in Schleswig-Holstein“, sagte Grote. Aber die abstrakte Gefahrenlage in Deutschland und damit auch in Schleswig-Holstein sei sehr hoch. Hundertprozentige Sicherheit „kann und wird es niemals geben“.

Grote verwies auf die Terroranschläge etwa in Barcelona oder Berlin und sprach von einem Trend, mit Fahrzeugen Anschläge zu begehen. Die neuen Ausrüstungsgegenstände seien nicht nur bei lebensbedrohlichen Einsatzlagen hilfreich, sondern auch im Alltag der Polizeistreifen. Grote verwies darauf, dass allein im vergangenen Jahr 400 Polizisten in Schleswig-Holstein Opfer von Gewalt wurden.

Neue Schutzwesten für Polizisten

Die neuen Schutzwesten - sogenannte VPA M-Plattenträgersysteme - reichen vom Kehlkopf bis zum oberen Beinbereich und können sogar militärische Munition aus Schnellfeuergewehren abhalten. An dem Plattenträgersystem befindet sich auch ein Erste-Hilfe-Kit, um in besonderen Gefahrenbereichen, in die Sanitäter nicht hinein dürfen, medizinische Erstversorgung leisten zu können.

Die neue Westen sind in den Streifenwagen untergebracht, die jetzt ein ausgeklügeltes Beladesystem für Ausrüstungsgegenstände erhalten.

Neue Helme schützen besser vor Kugeln

Die neuen Helme mit Titan-Legierung bieten Schutz gegen Kugeln aus Revolvern, Pistolen und Maschinenpistolen. Andere Bundesländer wie Bayern und Baden-Württemberg haben bereits solche Schutzhelme. Eine ebenfalls angeschaffte Splitterschutzbrille ist zwar nicht schusssicher, hält aber Explosionssplitter und Schrapnelle ab.

Sturmgewehre MCX von Sig Sauer

Die 531 neuen Sturmgewehre MCX vom Hersteller Sig Sauer aus Eckernförde haben nach Angaben eines Polizeisprechers einen Stückpreis von etwa 2500 Euro. Die Terroranschläge in Europa hätten deutlich gemacht, dass die Polizei ein flächendeckend verfügbares Gewehr haben müsse, mit dem auch gegen militärisch ausgerüstete Täter wirksam agiert werden könne.

Die bisher vorhandenen Pistolen und Maschinenpistolen MP5 seien hier nur eingeschränkt wirksam. Und das Gewehr G3 habe zwar die erforderliche Durchschlagskraft, sei aber nicht flächendeckend vorhanden und taktisch nur eingeschränkt einsetzbar. In der Praxis werde das G3, das in Polizeirevieren lagert, nur gegen Tiere eingesetzt, erläuterte ein Polizeisprecher.

Die Streifenbeamten tragen Pistolen, in den Streifenwagen wird auch in Zukunft die MP5 liegen. Das neue Modell MCX soll künftig in größeren Polizeiwagen des Typs Mercedes Vito vorhanden sein.

MCX kann gezielte Schüsse bis 300 Meter abgeben

Laut Hersteller ist das MCX ein halbautomatisches Sturmgewehr, mit dem gezielte Schüsse bis 300 Meter möglich sind. Feuerstöße, also eine einmalige Betätigung des Abzugs für mehrere Schüsse, sind in der Polizeiversion nicht möglich, wie ein Polizeisprecher bestätigte. Die Polizei bezeichnet das Modell MCX als ihre neue Mitteldistanzwaffe.

Sie sei in der Praxis für Einsätze von etwa 50 bis 150 Meter gedacht. Die MP5 komme für eine Distanz bis 50 Meter in Frage und das G3 für 50 bis 200 Meter. Das Gewehr MCX sei universell einsetzbar - auch im Übungsbetrieb und auf den vorhandenen Schießständen. Es ist mit einem Schalldämpfer, einem Rotpunktvisier und einer Lampe am Gewehrlauf ausgerüstet.

14 Fahrzeug-Anhänger für Equipment

Jede Polizeidirektion in Schleswig-Holstein erhält einen Fahrzeug-Anhänger mit Equipment für die Errichtung eine Kontrollstelle. Insgesamt wurden 14 Anhänger angeschafft. Zur Ausrüstung gehören jeweils zwei kofferähnliche Kisten, aus denen sekundenschnell eine mehrere Meter lange Schiene mit Aluminium-Spikes schießt. Autos, die über diese Spikes fahren, haben nach etwa 100 bis 200 Metern platte Reifen.

Mit Blick auf mögliche Terroranschläge sagte Thiede: „Niemand wünscht sich eine solche Einsatzlage - gleichwohl: Die Landespolizei ist in bester Weise vorbereitet. Darauf können sich die Bürgerinnen und Bürger verlassen.“

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Hier sehen Sie Bilder von der neuen Ausrüstung für Polizisten in Schleswig-Holstein

Von dpa

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