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Schleswig-Holstein Schon wieder warten Lehrer aufs Geld
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08:00 04.10.2018
Von Christian Hiersemenzel
Hunderte von Lehrern in Schleswig-Holstein haben ihr Gehalt nicht bekommen. Quelle: Tobias Hase
Kiel

Betroffen seien bislang rund 900 von insgesamt 100.000 Auszahlungsvorgängen. Besonders peinlich ist der Fall den Verantwortlichen deshalb, weil bereits im August rund 600 Beschäftigte vorerst leer ausgegangen waren. Diese hatten ihr Geld erst Anfang September auf dem Konto.

Grund für die Panne sind laut Ministeriumssprecherin Svea Balzer technische Probleme, die man maßgeblich auf die Einführung eines neuen Moduls im Abrechnungsverfahren zurückführt. Das millionenteure IT-Personalverwaltungsprogramm KoPers, über das alle Landesbediensteten ihr Geld erhalten sollen, war nach vielen Rückschlägen gerade erst im Juli eingeführt worden.

Angesichts der neuerlichen Ausfälle schlagen Gewerkschaftsvertreter die Hände über dem Kopf zusammen. Sven Quirder, Landesvorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), sprach sogar von einem Skandal. Betroffen seien insbesondere Lehrer, die langzeiterkrankte Kollegen oder Pädagogen in Elternzeit vertreten und aus diesem Grund nur befristet angestellt sind. "Wir brauchen dringend Lehrkräfte, und diese werden kettenartig von einem befristeten Vertrag in den nächsten gedrängt, in den Sommerferien zum größten Teil in die Arbeitslosigkeit entlassen, um zum nächsten Schuljahresanfang wieder in einen befristeten Arbeitsvertrag aufgenommen zu werden." Wenn genau diese Kollegen ohne Vorwarnung kein Gehalt bekämen, gefährde das schnell ihre Existenz. Quirder: "So geht man nicht mit Mitarbeitern um, die ein Bildungssystem aufrechterhalten und dafür sorgen, dass statt Stundenausfall verlässlicher Unterricht stattfindet."

Im Finanzministerium verweist man darauf, dass für die Verzögerungen nicht nur technische Probleme verantwortlich zu machen seien. Mitunter seien den Behörden auch die nötigen Umdrucke nicht rechtzeitig eingereicht worden. Die darauf eingetragenen Angaben seien aber zur Auszahlung der Gehälter nötig. "Alle Beteiligten arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung, um weitere Verzögerungen auszuschließen", versicherte die Sprecherin. "Wir gehen davon aus, dass das Geld Mitte nächster Woche auf dem Konto ist." Auf die Banklaufzeiten habe die Landesregierung keinen Einfluss.

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