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Schleswig-Holstein Hilfe zu Hause - ein Problem
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08:00 05.03.2018
Von Heike Stüben
Der Anstieg der festgestellten Mängel in Kieler Heimen ist erschreckend. Hauptursache: zu wenig Personal. Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa

Sicher ist: Mit der Neuregelung ist die Zahl der Anträge auf Geld von der Pflegekasse deutlich gestiegen. Das war auch so gewollt, weil vor allem Menschen mit Demenz vorher oft leer ausgegangen waren. Allein in Schleswig-Holstein und Hamburg nahm die Zahl neuer Anträge im ersten Quartal 2017 um 30 Prozent zu. Die Folge: Die Pflegebedürftigen mussten länger auf ihre Begutachtung und Einstufung warten.

Wie viele Schleswig-Holsteiner aktuell pflegebedürftig sind, ist unklar. Die letzte Auswertung vom Statistikamt Nord stammt aus dem Dezember 2015: Damals haben 97500 Personen Leistungen der Pflegeversicherung erhalten. 64 Prozent von ihnen wurden zu Hause betreut – und zwar Zweidrittel davon von Angehörigen oder anderen Helfern. Ein Drittel wurden zu Hause von ambulanten Diensten unterstützt.

Hilfe im Haushalt

Zu Hause Hilfe zu bekommen – das wird aber immer schwieriger, klagen die unabhängigen Berater der Pflegestützpunkte im Land. „Hier klaffen die neuen gesetzliche Möglichkeiten und deren Umsetzung stark auseinander. Die ambulanten Pflegedienste sind mit ihren Kapazitäten bereits am Limit und können keine neuen Kunden mehr aufnehmen.

Auch hauswirtschaftliche Unterstützung und Kurzzeitpflegeplätze sind nur schwer und selten zu finden. Auch wir können dann nur vertrösten“, sagt Susanne Klipp, Beraterin im Pflegestützpunkt Kiel. Dieses Problem sei vielerorts im Land akut. „Wir bräuchten dringend mehr Dienste, die Hilfe im Haushalt anbieten, denn die ist als Erstes im Alter notwendig. In Lübeck hat sich so ein Dienst etabliert, in Kiel leider nicht.“

Telefonaktion zur Pflege

„Angehörige leisten die entscheidenden Beiträge für die pflegerische Versorgung“, bestätigt Johann Brunkhorst, Landeschef der Techniker Kasse. „Deshalb ist es wichtig, Angehörige zu unterstützen, um die Pflege in den eigenen vier Wänden weiter zu fördern.“

Passgenaue, niedrigschwellige Angebote, die im Pflegefall schnell und unbürokratisch abrufbar sind, fordert auch Anke Buhl, Leiterin vom Pflegenottelefon Schleswig-Holstein. Sie wird mit Susanne Klipp vom Pflegestützpunkt und der AOK-Pflegeberaterin Annika Kickartz am Dienstag Fragen unserer Leser am Telefon beantworten.

Telefonaktion zur Pflege: Dienstag von 16 bis 18 Uhr. Die Rufnummern finden Sie am Dienstag in den Kieler Nachrichten und der Segeberger Zeitung.

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