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Schleswig-Holstein Tödlicher Unfall: Geldstrafe für Fahrer
Nachrichten Schleswig-Holstein Tödlicher Unfall: Geldstrafe für Fahrer
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15:26 31.07.2018
Von Stephan Ures
Mit Kerzen und Fotos gedachten im Juni die Mitglieder der Weddelbrooker Tanzgruppe "Amitys" ihrer Freundin und Kollegin aus Hitzhusen, die im Alter von 16 Jahren bei einem Verkehrsunfall umgekommen war. Quelle: TSV Weddelbrook
Stuvenborn

Der junge Mann hatte das Mädchen an jenem Montag mit dem Motorrad, einer Suzuki GS 500, von zuhause in Hitzhusen abgeholt. Zusammen mit einem weiteren Kumpel aus Bad Bramstedt, ebenfalls auf dem Motorrad, ging es Richtung Todesfelde. Dass zu hohes Tempo im Spiel war, konnte der Dekra-Sachverständige aus den Unfallspuren nicht nachweisen. Das Zweirad habe unmittelbar vorher komisch reagiert, sagte der Angeklagte. Doch Sand oder einen Fremdkörper auf der Fahrbahn hatte der Experte auch nicht gefunden. Was hingegen feststeht: In einer Rechtskurve bei Stuvenborn kam das Motorrad zu weit auf die Gegenfahrbahn und prallte frontal in einen VW Passat, den Dienstwagen eines Mannes aus Stuvenborn (36).

Ursache: mangelnde Fahrpraxis

Hatte der damals 18-jährige Suzuki-Fahrer die Kurve falsch genommen? Oder sich verbremst? Es war nicht zu ermitteln, aber die Richterin sah die mangelnde Erfahrung am Lenker als Ursache an. Der junge Mann hatte zu diesem Zeitpunkt seinen Motorradführerschein seit einem Monat, war vorher auf abgesperrten Strecken jedoch schon Motocross gefahren. Von Straßenverkehrsgefährdung, also zu schnellem Fahren oder einem riskanten Fahrmanöver, war vor Gericht keine Rede mehr. Die 16-jährige Beifahrerin starb 40 Minuten nach dem Unfall.

Ganz am Ende der Verhandlung fuhr der Vater den Angeklagten nochmal vorwurfsvoll an: „Wir kommen am ersten Todestag vom Friedhof und du stehst da in der Einfahrt und putzt dein Motorrad!“ Beide Familien wohnen in Hitzhusen, nur zwei Straßen auseinander.

Weitere Auflage aus dem Urteil: Der 19-Jährige muss ein Fahrsicherheitstraining absolvieren.

"Todesfelder Kurven": 17 Raser auf Motorrad bei der jüngsten Kontrolle

Die „Todesfelder Kurven“ – die Kreisstraße 109 zwischen Stuvenborn und Todesfelde – wurde und wird von Bikern als Rennstrecke missbraucht. Die jüngste Kontrolle der Polizei war am Sonntag vor drei Wochen. Dabei wurden 17 Motorradfahrer (und 20 Autofahrer) registriert, die schneller als das erlaubte Tempo 60 fuhren. Trauriger Rekord des Tages: Ein Hamburger Biker wurde mit 152 km/h erwischt.

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