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Schleswig-Holstein Wie gefährlich sind Aufsitzrasenmäher?
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07:03 25.04.2018
Von Bastian Modrow
Aufsitzrasenmäher werden immer beliebter. Quelle: Meyer, Gunda (Archiv)
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Kiel

Nach Polizeiangaben hatte der Ostholsteiner seinem neun Jahre alten Sohn erlaubt, am Sonnabend vergangener Woche mit dem Aufsitzrasenmäher im Garten des Hauses in Burg auf Fehmarn zu fahren. Zwar zog das Kind unter Aufsicht seine Bahnen auf dem Rasen, „aus noch nicht eindeutig geklärter Ursache geriet dabei ein aber siebenjähriger Junge unter das Schneidwerk des Rasenmähers“, sagt Ulli Fritz Gerlach von der Polizeidirektion Lübeck. Vor Ort mussten die Rettungskräfte feststellen, dass der Fuß des Schülers abgetrennt worden war. „Der Junge musste mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden“, so Gerlach. Nach dem tragischen Unfall musste sich ein Notfallseelsorger um die Eltern und den Bruder kümmern.

Keine Führerscheinpflicht auf Privatgrundstücken

Der Fall wird in ganz Schleswig-Holstein kontrovers diskutiert. Viele fragen sich, ob der Neunjährige überhaupt den Rasenmäher fahren durfte? Die Gesetzeslage ist eindeutig: „Auf einem Privatgrundstück gilt grundsätzlich keine Straßenverkehrsordnung“, erläutert Jens Pfeiffer vom Automobilclub ADAC. Daher könne auch rechtlich nichts beanstandet werden, wenn Landwirte ihre Kinder mit Autos auf privaten Feldern und Koppeln fahren lassen würden. Problematisch werde es erst – wie im Fall von Fehmarn – wenn etwas passiere.

Hinzu kommt, dass Aufsitzrasenmäher in den meisten Fällen auch ohne Führerschein gefahren werden dürfen. „Entscheidend ist, dass die Fahrzeuge keine Geschwindigkeit von mehr als sechs Kilometern pro Stunde fahren können“, betont Pfeiffer. Ist die technische Leistung größer, wird ein Aufsitzmäher-Führerschein notwendig, der in Fahrschulen absolviert werden kann. Wer mit schnelleren und leistungsstärkeren Rasenmähern aber ausschließlich auf seinem eigenen Grundstück unterwegs ist, muss übrigens keinen zusätzlichen Führerschein machen.

Gartentrecker werden immer beliebter

Bundesweit werden Aufsitzrasenmäher stetig beliebter: Mehr als 1,7 Millionen Euro wurden 2017 laut Industrieverband Garten für „Gartentechnik“ ausgegeben. Die Fahrzeugpalette an Aufsitzmähern und Rasentraktoren wächst: „Es gibt Einsteigermodelle mit 10 PS ab tausend Euro“, berichten Kieler Händler. Wer mit seinem Fahrzeug aber auch in höherem Gras nicht stecken bleiben will, der kann für die Benzin- oder Batterie-Boliden bis 12500 Euro und mehr ausgeben.

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