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Schleswig-Holstein Pflegeheime werden zur Kapital-Anlage
Nachrichten Schleswig-Holstein Pflegeheime werden zur Kapital-Anlage
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10:00 26.11.2018
Von Heike Stüben
Pflegeheime werden immer öfter als Anlage-Objekt angeboten - entweder als Beteiligung an einem Fonds oder durch den direkten Erwerb eines Zimmers oder Appartements. Quelle: Jens Büttner/dpa (Symbolbild)
Kiel

Weil Heimbetreiber finanziell immer mehr unter Druck geraten, verkaufen sie ihre Gebäude an Immobilienunternehmen. Diese bieten die Zimmer oder Appartements immer öfter einzeln als Kapitalanlage an. Der Heimbetreiber pachtet dann die gesamte Immobilie für mindestens 20 Jahre.

Besser als Eigentumswohnungen?

Geworben wird damit, dass Sozialimmobilien gegenüber herkömmlichen Eigentumswohnungen viele Vorteile bieten: Wer ein Zimmer im Heim erwirbt, müsse sich weder um Vermietung noch um Betriebskostenabrechnung kümmern. Zudem brächten Sozialimmobilien steuerliche Vorteile und eine stabile Miet-Rendite.

"Rendite höher als in Bayern"

Die DI Deutschland Immobilien AG plant gerade im Raum Schleswig ein neues Projekt. Für Aufsichtsratsmitglied Björn Peickert ist Schleswig-Holstein ein interessanter Markt: „Bis 2030 werden hier laut Prognose der Bertelsmann-Stiftung mehr als 115 000 Pflegebedürftige zu versorgen sein, das ist ein Anstieg von 40,2 Prozent. Es braucht also Pflegeheime und Residenzen direkt in den Ortschaften.“ Das Modell sei für Anleger attraktiv – die Rendite liege mit 4,5 Prozent in Schleswig-Holstein höher als in Bayern.

Miete zahlt notfalls das Sozialamt

Der Anbieter Investido rechnet bundesweit sogar mit einem Umsatzvolumen von 72 Milliarden Euro bis 2050. Pflege-Immobilien böten einen „stabilen Wertzuwachs durch steigende Nachfrage und gesicherte Rendite durch staatliche Absicherung“. Denn Heimbewohner müssen feste Sätze für Unterkunft und Investitionskosten zahlen. Können sie das Geld nicht selbst aufbringen, springt die Sozialhilfe ein. Genau das ruft Kritiker auf den Plan.

KDA kritisiert Kommerzialisierung

Dr. Hanno Heil vom Kuratorium Deutsche Altershilfe warnt vor einer „weiteren Kommerzialisierung in der Pflege“. In einer personalintensiven Dienstleistung wie der Altenpflege könnten Renditen letztlich nur durch starke Arbeitsverdichtung und niedrige Bezahlung erwirtschaftet werden. „So entwickeln sich Arbeitsbedingungen, die für viele junge Menschen abschreckend wirken.“

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