Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Schleswig-Holstein Vier Jahre Haft für Reitlehrer
Nachrichten Schleswig-Holstein Vier Jahre Haft für Reitlehrer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:02 08.06.2018
Von Thomas Geyer
Erneut vor Gericht: Der Reitlehrer aus dem Kreis Plön soll sich mehrfach an einer seiner Reitschülerinnen vergangen haben.  Quelle: Carsten Rehder
Anzeige
Kiel

Wie ein Sprecher des Kieler Landgerichts gestern auf Nachfrage bestätigte, hat das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht (OLG) die Revision des Angeklagten W. als unbegründet verworfen.

53-Jähriger muss Mädchen Schmerzensgeld zahlen

Der 53-Jährige muss ab sofort mit der Ladung zum Haftantritt rechnen. Die 11. Berufungskammer des Landgerichts hatte ihn im Oktober 2017 nach mehr als 50 Verhandlungstagen auch wegen Betrugs verurteilt. Der ehemalige Betreiber eines Pferdehofs, der entgegen eigener Behauptungen nie eine Qualifikation als Reitlehrer besaß, muss jetzt 20000 beziehungsweise 5000 Euro Schmerzensgeld an die Nebenklägerinnen zahlen.

In erster Instanz war der gelernte Fleischer im März 2016 von einem Plöner Schöffengericht zu dreieinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden – nach 68 Verhandlungstagen. Weil sich der Angeklagte noch während des Verfahrens entgegen ausdrücklicher Auflagen erneut an junge Reiterinnen heranmachte, schickte ihn das Gericht wegen Wiederholungsgefahr in U-Haft.

Mann drohte dem Mädchen, ihr das Pferd wegzunehmen

Die Taten reichen zurück ins Jahr 2009. Damals bot der große, massige Mann einer Schülerin (16) einen Stallplatz für ihr Pferd und Reitunterricht an. Unter dem Vorwand, er müsse für einen geschmeidigeren Sitz im Sattel ihre Hüfte massieren, nahm er Tuchfühlung auf. Gleichzeitig band er sie immer weiter in Tätigkeiten auf dem Hof ein.

Nach zwei Monaten ließ sich die Nebenklägerin erstmals auf Sex mit dem Mann ein. Und ließ aus Angst vor der immer wieder angedrohten Wegnahme ihres geliebten Pferdes regelmäßig Geschlechtsverkehr über sich ergehen. Zudem hatte der Angeklagte im Herbst 2011 eine weitere Reitschülerin (16) in einer Kieler Wohnung zu bizarren Sexspielen zu dritt genötigt.

Laut Berufungskammer hätte die Staatsanwaltschaft den Mann gleich beim Landgericht anklagen können. Dann wäre den Nebenklägerinnen eine doppelte Beweisaufnahme erspart geblieben und das Strafmaß nach oben offen gewesen.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ist das warm! Der Kieler Wetterexperte Meeno Schrader spricht vom trockensten Frühsommer seit mehr als 25 Jahren. Während viele Schleswig-Holsteiner sich über die hohen Temperaturen freuen, wird die anhaltende Trockenheit für andere zum Problem. Wir liefern Fragen und Antworten.

Christin Jahns 08.06.2018

Der schwere Verdacht lautet: banden- und gewerbsmäßiges Einschleusen von Ausländern aus Osteuropa, dazu Urkundenfälschung und Erschleichen amtlicher Dokumente. Aufgrund dieser Reihe von Vorwürfen hat die Bundespolizei am Donnerstag in einer Großaktion elf Standorte eines Paketzustellers durchsucht.

Niklas Wieczorek 07.06.2018

Die Staatsanwaltschaft Itzehoe hat ihre Ermittlungen im Fall eines Syrers in Pinneberg eingestellt, der seine Zweitfrau nach Deutschland geholt hatte. Die Prüfung der Anzeigen sei abgeschlossen, berichtet das "Pinneberger Tageblatt" (Freitag).

07.06.2018
Anzeige