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Schleswig-Holstein Angeklagter bittet Opfer um Verzeihung
Nachrichten Schleswig-Holstein Angeklagter bittet Opfer um Verzeihung
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15:46 15.01.2019
Am Landgericht Lübeck hat der Prozess gegen einen mutmaßlichen Vergewaltiger begonnen. Quelle: Markus Scholz
Lübeck

"Ich gebe zu, dass ich das, was mir vorgeworfen wird, getan habe, und ich weiß, dass das etwas Schlimmes war." Mit diesem Geständnis des Angeklagten hat am Dienstag der Prozess um eine Vergewaltigungsserie begonnen, die im Sommer 2018 in Lübeck für erhebliche Verunsicherung gesorgt hat. "Ich hatte viel getrunken und auch Haschisch und Marihuana geraucht. Dadurch habe ich die Kontrolle verloren", sagte der heute 30-Jährige vor dem Lübecker Landgericht. Über seine Verteidiger bat er seine Opfer um Verzeihung.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Iraker zwei vollendete und zwei versuchte Vergewaltigungen in Tateinheit mit Körperverletzung in drei Fällen vor. Auffällig waren Tatorte und Tatzeiten. Alle Übergriffe erfolgten auf der oder am Rande der Lübecker Altstadtinsel und die Taten ereigneten sich immer an einem Sonntag zwischen 5.30 und 6.00 Uhr. Er sei immer bis zum frühen Morgen mit Freunden in Bars oder Diskotheken gewesen, auf dem Heimweg habe er dann die Frauen überfallen und sich an ihnen vergangen, sagte der Angeklagte.

Zweites Opfer entging der Vergewaltigung

"Er hat meinen Kopf mit voller Wucht auf den Boden geschlagen. Ich habe mich dann bewusstlos gestellt", sagte sein erstes Opfer, eine 24 Jahre alte Auszubildende, aus. Die junge Frau wurde im Mai 2018 von dem Angeklagten dreimal unter den Arkaden an der Lübecker Marienkirche vergewaltigt. Sein zweites Opfer, eine 23 Jahre alte Arzthelferin, entging dagegen dank ihrer beherzten Gegenwehr knapp der Vergewaltigung. "Er war deutlich kleiner als ich. Deshalb habe ich ihn am Hals gepackt und gewürgt bis er mich losließ", sagte die nach eigenen Angaben 1,80 Meter große Frau. "Mir war klar, dass er mich vergewaltigen würde, wenn ich mich nicht wehre."

Der Angeklagte gab sich zerknirscht, hielt die ganze Zeit über den Kopf gesenkt. Er vermied den Blickkontakt mit dem Gericht, der Staatsanwältin und den Opfern, die als Zeuginnen aussagten. Auch seine eigenen Verteidiger schaute der 30-Jährige nicht an, der nach eigenen Angaben seit 2015 mit seiner Frau und den beiden gemeinsamen Kindern in Lübeck lebt. Ihr Asylantrag sei in Teilen abgelehnt worden, die Familie sei aber subsidiär schutzberechtigt, sagte einer der Verteidiger. Der Prozess wird fortgesetzt. Ein Urteil wird im Februar erwartet.

Von KN/dpa

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