Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Schleswig-Holstein Gegenwind aus Schleswig
Nachrichten Schleswig-Holstein Gegenwind aus Schleswig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:00 22.12.2017
Von Christian Hiersemenzel
Dithmarschen wollte die Hohe Geest und das Rüsdorfer Moor zum Landschaftsschutzgebiet machen, damit dort keine Windräder gebaut werden dürfen. Quelle: Daniel Reinhardt

Dithmarschens Landrat Jörn Klimant (parteilos) gab sich am Donnerstag stoisch. Das OVG Schleswig hatte eine Verordnung für unwirksam erklärt, wonach der Kreis die Hohe Geest und das Rüsdorfer Moor zum Landschaftsschutzgebiet erklären und somit auf 29 000 Hektar den Bau von Windkraftanlagen ausschließen wollte. Dagegen hatten drei Anlagenbetreiber geklagt.

Das Gericht urteilte rein formal. Die Kreisverwaltung hätte ein solch bedeutsames Vorhaben mit dem Land abstimmen müssen. Der informelle Weg reiche nicht aus, weil man andernfalls befürchten müsse, dass die betroffenen Flächen der laufenden Landesplanung für Windenergie entzogen würden.

Mitte vergangenen Jahres hatte die damals noch SPD-geführte Staatskanzlei erklärt, dass es entgegen früherer Bestimmungen nicht mehr ausreiche, charakteristische Landschaftsräume auszuweisen, um den Bau von Turbinen zu verhindern. Zwar würden Biotope und historische Knicks, archäologische Denkmäler, Heideflächen und Wälder weiterhin geschützt. Ein Tabukriterium sei das jedoch nicht mehr – mit insgesamt 96 solcher charakteristischer Räume gebe es davon einfach zu viele. Das Land würde im Fall eines kategorischen Ausschlusses von Windkraft dort sein Ziel verfehlen, zwei Prozent seiner Flächen regenerativer Energiegewinnung zur Verfügung zu stellen. Landrat Klimant sprach daraufhin von Notwehr. 

„Inhaltlich hat sich an unserer Haltung nichts geändert“, sagte er gestern unserer Zeitung. „Wir trauen uns zu, in einem Verfahren mit der Landesplanung zu bestehen.“ Ein Gutachter habe die Angaben zur besonderen Schutzwürdigkeit der Hohen Geest und des Rüsdorfer Moores noch einmal bekräftigt. Für den 11. Januar hat das Innenministerium den Kreis zum Gespräch gebeten.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Bundeswehr wird erstmals ein bereits übernommenes Schiff wieder an seine Bauwerft zurückgeben. Grund sind erhebliche Soft- und Hardware-Mängel der neuen Fregatte "Baden-Württemberg". Das zuständige Rüstungsamt fordert von der Hamburger Werft Blohm + Voss, die Mängel zu beseitigen.

22.12.2017

Zwei Brände haben Feuerwehren im Land in Atem gehalten. In Lübeck standen Gegenstände in einem Treppenhaus in einem Mehrfamilienhaus in Flammen. Mehrere Menschen mussten in Krankenhaus. In Schafflund brannte eine Lagerhalle.

22.12.2017

Ex-Innenminister Stefan Studt (SPD) will künftig als Politik-Berater in Potsdam und als Rechtsanwalt in Rendsburg arbeiten. In einer Weihnachtsmail an ehemalige Kollegen im Innenministerium spricht er aber nicht nur über seine Zukunftspläne, er übt auch Kritik an der amtierenden Landesregierung.

Bastian Modrow 22.12.2017
Anzeige