Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Schleswig-Holstein Schlammiges Wochenende in Brunsbüttel
Nachrichten Schleswig-Holstein Schlammiges Wochenende in Brunsbüttel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:11 21.07.2018
Eine Teilnehmerin der 13. Wattolümpiade liegt beim Schlickschlittenrennen im Matsch. Quelle: Axel Heimken/dpa
Brunsbüttel

Auch die Wettergötter lieben die "Mud Olympics": Rund 400 Freizeit-Sportler haben sich am Samstag bei strahlendem Sonnenschein bei der "Wattolümpiade 2018" im Schlick ausgetobt. Angefeuert von Hunderten Besuchern schwitzten sie bei Schlammschlachten in der schleswig-holsteinischen Elbmündung bei skurrilen Sportarten wie Wattfußball, Watthandball, Wolliball und Schlickschlittenrennen.

Die 32 Teams kamen unter anderem aus Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen zu dem schrägen Turnier. Die weiteste Anreise hatte eine Mannschaft aus Tschechiens Hauptstadt Prag. Auch diese Schlamm-Sportler kamen für ein gerade einmal vierstündiges Spektakel nach Schleswig-Holstein: Länger dauerte die Wattolümpiade nicht, weil danach die Flut die "Wattkampf"-Arena wieder überschwemmte und das Turnier beendete.

Einlauf als Spektakel

Um ihr Vergnügen zu verlängern, machten die "Schlamm-Sportler" schon den Einlauf der Nationen zu einem ausgelassenen Spektakel. So traten die Teams nicht nur unter ausgefallenen Namen an wie "Modderhead", "Wtt`n Bagger", "Watt für Helden" oder "Wattpupser". Sie präsentierten sich ihren Fans auch in fantasievollen Kostümen und aufwendigem Equipment. Sie schleppten eine Meter große gelbe Schwimmente mit, schwitzten unter einem künstlichen Zebrafell, tänzelten im Leoparden-Kostüm oder zottelten als Höhlenmenschen: Alles ist erlaubt, Hauptsache, es macht Spaß, lautet das Motto.

Die zahlreichen Fans und Besucher auf dem Deich haben Garten- oder Campingstühle dabei. Sie labten sich unter der brennenden Sonne an kühlen Getränken, genossen Fischbrötchen, Bratwurst und Pizza. Dabei feuerten sie heftig die Wattleten an, die sich wenige Meter unter ihnen im zähen und knietiefen Schlick der Elbmündung auspowerten. In dem wabbeligen Watt wurde jeder einzelne Schritt von einem schmatzenden Geräusch begleitet, und jeder Bauchklatscher im Modder von der Menge begeistert bejubelt.

Schmutziger Sport für eine saubere Sache

Seit 2004 kämpfen Wattsportler aus zahlreichen Länder im knietiefen Elbschlick in "traditionellen" Küstensportarten um Ruhm und Ehre. Die Wattölümpiade gilt nach Angaben der Veranstalter zu den erfolgreichsten Benefiz-Events der Republik. Der sportliche Wettkampf trägt sich wieder komplett durch Sponsoren, so dass sämtliche Eintritts- und Startgelder als Spende weitergegeben werden können. Unter dem Motto "schmutziger Sport für eine saubere Sache" wurden bislang mehr als 330.000 Euro gesammelt. Das Geld kommt Krebspatienten in der Region zugute.

Die Brunsbütteler Wattolümpiade hat sich in Deutschland einen Ruf als kreatives Medienspektakel erarbeitet: Zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen, darunter der "Deutsche Tourismuspreis 2005", belegen das, sagte Wettkampfleiter Oliver Kumbartzky. Internationale Presse-Agenturen wie AP und Reuters bis hin zu Getty Images und CNN hätten schon Korrespondenten nach Schleswig-Holstein geschickt; Fernseh-Teams aus aller Welt berichteten schon über die "Mud Olympics".

Hier sehen Sie Fotos der Wattolümpiade 2018. 

Von dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Sonne scheint, 21 Grad hat das Wasser, so steht es auf der Anzeigetafel der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft: Beim Laboer Strand ist Hochstimmung angesagt. Steht man oben auf dem Turm der Wasserrettung, sieht man Kinder mit Gummitieren, Sandburgen, volle Strandkörbe und Sonnenschirme.

21.07.2018

Auf dem Weg in die Ferien sind viele Reisende am Sonnabend in Hamburg und Schleswig-Holstein im Stau steckengeblieben. Bei anhaltend sommerlichen Temperaturen ging es vor allem in Richtung Ostsee nur mühsam voran.

21.07.2018

In der Urlaubszeit herrscht nicht nur in den Touristenhochburgen an Nord- und Ostsee Hochbetrieb, auch Tierheime in Schleswig-Holstein stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen. Dies ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei Tierheimen im Land.

21.07.2018