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Schleswig-Holstein Feuerwehr kommt mit dem Zug
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07:50 01.04.2017
Unterstützung für die Feuerwehr in Henstedt-Ulzburg: das Schienen-Lösch-Sonder-Fahrzeug (SLSF). Quelle: Abderitestato
Henstedt-Ulzburg.

 Nur so können die gesetzlich eng gesetzten Hilfsfristen eingehalten werden, hieß es. Profitieren können auch andere Orte im Norden. Es handelt sich um den ersten Löschzug dieser Art in Schleswig-Holstein. Auch überörtliche Einsätze, etwa in Neumünster oder Kiel, sind damit möglich. Eventuell nötige Verbindungsgleise sollen noch verlegt werden. Deswegen beteiligen sich sowohl das Land als auch der Bund mit Zuschüssen an den Gesamtkosten von rund 6,9 Millionen Euro.

Die in Henstedt-Ulzburg ansässigen Unternehmen werden mit Einmalbeträgen gemäß ihrer Grundstücksgröße herangezogen. Der Lösch-Zug soll am 23. Juni einsatzbereit sein. Die Pläne sehen eine Ertüchtigung schon vorhandener Gleise im Henstedt-Ulzburger Industriegebiet sowie eine Verbindung über die Gleise der AKN Eisenbahn bis zu den sogenannten Pinnauwiesen vor, die derzeit für ein Wohngebiet überplant werden. Sie liegen relativ zentral in der Gemeinde mit ihren mehreren Ortsteilen. Dort soll im ersten Schritt ein dauerhaft besetzter Einsatzbahnhof errichtet werden, an dem der Löschzug untergebracht wird.

Die Feuerwehr wird die AKN-Gleise im Einsatzfall uneingeschränkt nutzen können, um den Brandschutz zu gewährleisten. Die AKN-Züge sollen in solchen Fällen der Feuerwehr Vorrang gewähren. „Die täglichen Einsatzzahlen der Feuerwehr im Industriegebiet zeigen, dass dringendes Handeln erforderlich ist“, sagt Henstedt-Ulzburgs Bürgermeister Stefan Bauer. „Außerdem sind wir stolz, die erste Gemeinde im Land zu sein, die ein solches Rettungsgerät anschafft.“ Gemeindewehrführer Jan Knoll erinnerte eindringlich an die zwei Großbrände in den Jahren 2003 und 2008 bei einer Reifenfirma. Mit einem Einsatz über die Schiene hätten sie unter Kontrolle gebracht werden können.

Der Löschzug vom Typ SLSF 500/1000 der Firma Krauss Maffei hat einen Wert von 6,9 Millionen Euro. Er führt 500 000 Liter Wasser mit sich und verfügt über eine außergewöhnliche Förderleistung von 1000 Litern in der Sekunde. Die Hochleistungspumpen haben ihren Ursprung im Bergbau. Durch eine besondere Spritzen-Technik können auch hunderte Meter von den Gleisen entfernte Objekte gelöscht werden. SLSF steht für Schienen-Lösch-Sonder-Fahrzeug. Eine ähnliche Technik setzt bisher lediglich die Schweizer Feuerwehr im Kanton Uri in Tunneln ein.

Der SLSF ist zwar noch nicht komplett umgerüstet, kann aber schon an einem Schnuppertag besichtigt werden. Er hält heute, am 1. April, gegen 16 Uhr im AKN-Bahnhof Ulzburg-Süd, wo Interessenten die bereits installierte Technik von Feuerwehr-Fachleuten erläutert wird.

Von KN

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