Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Schleswig-Holstein Weiterbau der A20 zieht sich hin
Nachrichten Schleswig-Holstein Weiterbau der A20 zieht sich hin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:45 06.08.2018
Von Gerrit Sponholz
Der Weiterbau der Autobahn 20 in Schleswig-Holstein bleibt eine zähe Angelegenheit. Quelle: Lina Schlapkohl
Anzeige
Berlin/Kiel

Für keinen der sechs A20-Abschnitte in Schleswig-Holstein gebe es Baurecht, in dreien liefen Klagen gegen den Bau der A20. Vor allem der Artenschutz bereitet demnach Probleme. Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) sieht die Planungen dennoch auf gutem Weg. „Wir treiben alles voran, um in allen sechs offenen Bauabschnitten Baurecht zu schaffen.“ In einem davon (Abschnitt 4: Bad Segeberg-A7) hoffe er darauf für Ende 2018. Danach könnten erst Baufeld geschaffen, dann Brücken gebaut und hiernach Straßenkilometer angelegt werden.

Was wird aus dem Bauabschnitt 3 für die A20?

Anfang November verhandelt das Bundesverwaltungsgericht über Klagen gegen die Streckenplanung im Abschnitt 4 zwischen Wittenborn/westlich Bad Segeberg und A7/Bad Bramstedt. Doch ob dieser Termin noch Sinn macht, hat das Gericht in einem Brief an Prozessbeteiligte im Juni angezweifelt und auf ein mögliches „Rechtsproblem“ verwiesen. Denn es sei noch unklar, ob der vorherige Bauabschnitt 3 (Weede-Wittenborn) wie geplant mitten zwischen Bad Segeberg und Klein Gladebrügge gebaut werden könne und nach Wittenborn führe.

Diese ebenfalls beklagte Bauplanung hatte dasselbe Gericht 2013 gestoppt und dem Land damals auferlegt, die Fledermausrouten rund um die Kalkberghöhlen in Bad Segeberg besser zu schützen und südlichere Alternativtrassen zu prüfen. Seitdem steckt das Land, und nun die Deges, im Fehlerheilungsverfahren.

Andere Trasse für Abschnitt 3? Brief liegt den KN vor

Im Juni-Brief, der den Kieler Nachrichten vorliegt, favorisiert der Berichterstatter des Gerichts eine andere Trasse für Abschnitt 3, nicht über Wittenborn, sondern südlicher, mit einer Brücke über den Südzipfel des Mözener Sees. Sie „erreicht die Planungsziele im Wesentlichen“ und beeinträchtige „als einzige Variante“ die Landschaftsräume der Region nicht so stark, schrieb ein Richter „vorbehaltlich späterer Beratung im Senat“. In der Seegemeinde Kükels formiert sich bereits Protest.

Im Landesverkehrsministerium wollen die Experten von einer neuen Trasse bei Bad Segeberg nichts wissen. Dann müsste komplett neu geplant werden, was sieben bis zehn Jahre dauern würde. Das Gericht wolle den Fall wohl möglichst bequem vom Tisch haben.

Angst vor weiteren Verzögerungen

Der Angst des Landes Schleswig-Holstein vor weiteren Verzögerungen ist auch das Nein zu einem Vorschlag der klagenden Naturschutzverbände und der Gemeinde Klein Gladebrügge geschuldet. Diese hatten vor einigen Wochen ein güterichterliches Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht angeboten. Solch ein Verständigungsverfahren wollte das Land nicht.

Der Ausgang sei offen, das Hauptsacheverfahren würde in der Phase ruhen. Buchholz hofft stattdessen, sich anderweitig außergerichtlich mit Klägern einigen zu können. „Ich spreche mit Naturschutzverbänden und Gemeinden und habe die Hoffnung nicht aufgegeben.“ Das Problem ist aber vielfältig. Auch in anderen Bauabschnitten gibt es Einwände gegen die A20, etwa weil dort Zwergschwäne siedeln.

Gemeindevertretung in Gladebrügge wechselte

Zum Stand der vertraulichen Gespräche sagt Buchholz nichts. Auch Ingo Ludwichowski, Geschäftsführer des Naturschutzbundes, hält sich bedeckt. „Das ist eine anstrengende Problematik. Es geht mal auf, mal ab.“

Einen Teilerfolg kann Buchholz aber verzeichnen: Seine Charmeoffensive in Klein Gladebrügge vor der Kommunalwahl fruchtete. Die Mehrheit in der Gemeindevertretung wechselte, ist gesprächsbereiter. Im März hatte Buchholz damit geködert, teuren Flüsterasphalt zu spendieren.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Junge Wölfe aus Dänemark haben ihr Rudel verlassen, um eigene Reviere zu finden. Vier der Tiere wurden in Schleswig-Holstein nachgewiesen, wie das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume mitteilte. In einer Karte auf KN-online zeigen wir Ihnen, wo die Wölfe unterwegs sind.

06.08.2018

Sie nennen sich Syrische Gemeinde Schleswig-Holstein. Doch es geht nicht um Religion. Gemeinde heißt gemeinsam. Im Vorstand des gemeinnützigen Vereins sitzen deshalb Frauen und Männer, Muslime ebenso wie Christen und Jesiden, Araber neben Kurden.

Heike Stüben 06.08.2018

Königlicher Besuch an der Trave. Das Kreuzfahrtschiff „Queen Elizabeth“ soll am Dienstag, 7. August 2018, Travemünde ansteuern. Doch das Schiff kommt später als geplant an. Grund sind Probleme mit dem Antrieb.

Frank Behling 06.08.2018
Anzeige