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Schleswig-Holstein Wieder wird der Wolf zum Streitthema
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13:24 04.11.2018
Von Christian Hiersemenzel
Wie können Landwirte ihre Tiere besser vor dem Wolf schützen? Die SPD fordert zügige Hilfe - aber nicht zu Lasten der gefährdeten Art. Quelle: Sebastian Gollnow/dpa
Kiel

14 Schafe tot auf einer Weide in Brammer (Kreis Rendsburg-Eckernförde). Der Halter, ein Landwirt aus Blumenthal, hatte bereits vor ein paar Jahren einen ähnlichen Fall erlebt. Schon in der Vorwoche hatte Jäger Peter Rohwer in seinem Revier im Schülper Moor, ebenfalls nahe Nortorf, acht tot Schafe entdeckt.

SPD rüffelt Minister

Am Vormittag hatte die SPD-Abgeordnete Sandra Redmann Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) gerüffelt. „Zurzeit scheint es nur noch um das Töten von Wölfen zu gehen“, schrieb sie in einer Pressemitteilung. Oberstes Ziel müsse doch ein Nebeneinander von Weidetierhaltung und Wolf sein.

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Sie vermisse dazu von Albrecht ein klares Bekenntnis. Am Freitagnachmittag ging die SPD-Politikerin auf den neuen Fall ein. Sie fühle sich bestätigt. „Genau das ist doch der Punkt: Die Schäfer brauchen zügig Hilfe.“ Sollte eine solche Lösung mit mehr Geld verbunden sein, müsse die Politik entsprechend handeln. „Mir sind die Schafe nicht egal“, betonte Redmann. „Die Wölfe sind es aber auch nicht.“

Interaktive Karte: Hier wurde der Wolf in Schleswig-Holstein nachgewiesen

Albrecht fordert klare Leitlinien

Umweltminister Albrecht hatte sich gleich nach Amtsantritt intensiv mit der Problematik befasst. Er hoffe stark auf die anstehende Ministerkonferenz. „In Verwaltungen, aber auch unter Tierhaltern und Wolfsbetreuern muss Klarheit herrschen, nach welchen Kriterien wir auf problematische Wölfe reagieren. Ich erwarte, dass wir in Bremen Leitlinien zum Abschluss bringen.“

CDU: "Hürden nicht zu hoch legen"

Der CDU-Abgeordnete Hauke Göttsch war am Vormittag vom Landwirt nach Brammer gerufen worden. „Es droht die Gefahr, dass sich die Wölfe bald zu Rudeln zusammenschließen“, sagte er später. Die Hürden für einen Abschuss dürften nicht zu hoch angesetzt werden. „War ein Wolf erst einmal im Blutrausch, dann muss er schon allein deshalb als verhaltensauffällig gelten.“

Die AfD vertrat die Linie, dass Schäfer, Züchter und Bevölkerung stärker geschützt werden sollten, auch der SSW plädierte für einen entschiedeneren Umgang: „Es ist missverstandener Artenschutz, wenn man meint, man könne Wölfe in Regionen ansiedeln, die keine geeigneten Lebensbedingungen bieten“, sagte der Abgeordnete Flemming Meyer mit Blick auf Eiderstedt.

FDP veranstaltet Podiumsdiskussion

Die FDP veranstaltet am 14. November ab 19 Uhr im Landeshaus eine Podiumsdiskussion. Das Thema Wolf müsse „neu gedacht werden“, hieß es. „Die Zahlen belegen deutlich, dass die Frequenz der Nutztierrisse ein dramatisches Ausmaß annimmt“, sagte Oliver Kumbartzky. Die FDP sehe „jetzt Handlungsbedarf und nicht erst, wenn sich der Wolf fest in Schleswig-Holstein niedergelassen hat“. Alles andere sei Realitätsverweigerung.

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