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Schleswig-Holstein Kaltes Grauen an der Ostsee
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19:58 08.01.2019
Heino Ferch als Hamburger Komissar Kessler ist nach einigen Jahren wieder wegen eines Falles an der Ostsee. Quelle: Gordon Timpen/ZDF/dpa
Hamburg/Kellenhusen/Lütjenburg

Ein noch junger Familienvater liegt tot unweit der Steilküste am Ostseestrand. Seine Frau und Tochter sind verschwunden – nur der kleine Sohn geistert traumatisiert durchs leere Eigenheim. Es bestehe "die Möglichkeit, einen erweiterten Suizid in Erwägung zu ziehen", analysiert kühl der Hamburger Kommissar Simon Kessler (Heino Ferch), der sich zufällig dienstlich im kleinen fiktiven Badeort Nordholm aufhält und mit dem Fall betraut wird.

Heino Ferch und Barbara Auer ermitteln im ZDF-Zweiteiler „Die verschwundene Familie“ am 7. und 8. Januar gemeinsam. Es ist der Nachfolger von „Tod eines Mädchens“. Gedreht wurde wieder an mehreren Orten im Norden.

Seine Kollegin Christensen (Barbara Auer), die eigentlich vom aktiven Polizeidienst beurlaubt ist, aber ermittelt, weil sie die Verhältnisse an ihrem Wohnsitz kennt, widerspricht vehement.

Schließlich seien ihre Nachbarn, die Thomsens, eine ganz normale Familie. Kein Grund also, Selbstmord zu vermuten. Die Nachforschungen der ungleichen Ermittler, aber auch ihre persönliche Probleme und Schwierigkeiten untereinander, sind das Fundament des dreistündigen Zweiteilers "Die verschwundene Familie", den das ZDF am Montag und Dienstag (7./8. Januar) jeweils um 20.15 Uhr zeigt.

Inspiriert von skandinavischen Krimis

Wem die beiden Kripoleute und das wie blankgeputzt wirkende, doch meist nebelverhangene Urlaubsparadies aus roten Backsteinhäuschen samt alter Kirche bekannt vorkommen, hat wahrscheinlich den Vorgänger "Tod eines Mädchens" aus dem Jahr 2015 gesehen.

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Abermals spürbar von der gesellschaftspessimistischen Tradition skandinavischer Krimis inspiriert, war auch bei der neuen Produktion Thomas Berger ("Allmen"-Fälle mit Heino Ferch) für Drehbuch und Regie verantwortlich. Gedreht wurde der Film unter anderem in den Kreisen Ostholstein sowie Herzogtum Lauenburg. Teile entstanden in Lütjenburg im Kreis Plön.

Bekannte Schauspieler auch in kleineren Rollen

Und einmal mehr gelingt Berger ein auch in kleineren Parts mit bekannten Schauspielern wie Ulrike Kriener, Gustav Peter Wöhler, Marek Erhardt und Markus Boysen aufwartendes Stück spannender Ermittlerunterhaltung. "Wir wollen erzählen, welche Auswirkungen das Verbrechen auf Nordholm und seine Einwohner hat. Wir haben also erneut den berühmten Stein ins Wasser geworfen und dabei zugeschaut, welche Ringe er an der Oberfläche zieht", sagte der Autor und Regisseur dem ZDF.

Um wirklich unter die Haut zu gehen, dürfte dem Werk jedoch einiges an verfeinerter Psychologie fehlen. Ein wenig effektbewusst konstruiert wirken die Charaktere schon – wenngleich die sehr guten Darsteller dabei manches Manko ausgleichen.

Am Ende scheint doch die ZDF-Feder durch

Trotz alledem dürften sich viele Menschen vor den Bildschirmen gern auf das Krimidrama einlassen, in dessen Verlauf mehr und mehr Abgründe und Verstrickungen der Küstenbewohner untereinander zu Tage treten.

Arroganz, Leichtsinn, Verachtung, Habgier, Erpressung und nicht zuletzt sexuelle Untreue machen den Menschen dort zu schaffen - aber auch den Ermittlern. Für den als coolen Macho auftretenden Kommissar wird der Fall sogar zu einem Prozess der Selbsterkenntnis.

Doch weil es sich hier nicht wirklich um einen skandinavischen Krimi handelt, sondern um einen ZDF-Film aus deutscher Feder, klingt ganz am Schluss doch noch etwas Versöhnliches an.           

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Von RND/dpa

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