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Schleswig-Holstein Wie viele Blindgänger gibt es noch?
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10:59 07.12.2018
In Schleswig-Holstein entschärfen Experten des Kampfmittelräumdienstes regelmäßig Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg. Kontrollierte Sprengungen sind eher die Ausnahme. Quelle: Frank Molter/dpa (Symbolfoto)
Kiel

Rund 1,3 Millionen Tonnen Bomben warfen Flugzeuge der alliierten Mächte von 1940 bis 1945 ab, den Großteil davon in den letzten beiden Kriegsjahren, vornehmlich über Städten und Industrieanlagen.

Gesicherte Zahlen von nicht explodierten Blindgängern gibt es offenbar nicht, ungenannte „Experten“ wurden im Jahr 2013 mit der Angabe zitiert, dass es deutschlandweit rund 100.000 unentdeckte Bomben gebe.

Mindestens 49.000 Tonnen Bomben über Schleswig-Holstein abgeworfen

Oliver Kinast vom Kampfmittelräumdienst Schleswig-Holstein meint dazu: „Da es kaum Aufzeichnungen über die damals beseitigten Blindgänger gibt sowie deren Art und Gewichte unbekannt sind, kann man eine Anzahl nicht seriös schätzen.“

Nach seinen Worten sind über Schleswig-Holstein mindestens 49000 Tonnen an Bomben abgeworfen worden, von denen zehn Prozent – oder auch mehr – als Blindgänger liegen geblieben sind.

Zwischen drei und 30 Entschärfungen großer Bomben

Die Zahl an großkalibrigen Sprengkörpern wie dem in Neumünster (250 Kilogramm), die jährlich von den schleswig-holsteinischen Räumern beseitigt werden, schwankt stark: zwischen drei und 30 im Jahr. Kontrollierte Sprengungen wie am 6. Dezember 2018 in Kiel sind eher die Ausnahme.

Besonders häufig gefunden werden Blindgänger in Schleswig-Holstein in Kiel, Neumünster, Hemmingstedt, Bad Oldesloe und auf Helgoland. Um sie und Funde kleinerer Munition unschädlich zu machen, ist der Räumdienst nahezu täglich im Einsatz. Er ist eine Abteilung des Landeskriminalamts. Interne Bezeichnung: Dezernat 33. Er hat 38 Mitarbeiter.

Von KN-online

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