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Schleswig-Holstein Notenzeugnisse stoßen auf Widerstand
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10:00 05.04.2018
Von Alev Doğan
Notenzeugnissen schon in der Grundschule? Nach dem Kinderschutzbund und der Bildungsgewerkschaft GEW machen jetzt auch die Gemeinschaftsschulen Front gegen das Reformvorhaben der Landesregierung. Quelle: David-Wolfgang Ebener
Kiel

Der Landesvorsitzende des Gemeinschaftsschulverbandes, Dieter Zielinski, hat Bildungsministerin Karin Prien (CDU) „reine Klientelpolitik“ vorgeworfen. „Die Schieflage der Argumentation von Frau Prien dient lediglich dazu, den wahren Hintergrund der Bildungspolitik der aktuellen Landesregierung zu verschleiern.“ Der Regierung gehe es „um die Rückentwicklung in eine selektive, hierarchische Ordnung, in der der Gemeinschaftsschule die Rolle des Ausputzers für das privilegierte Gymnasium zukommt“.

Noten ab der dritten Klasse

Die Koalition hatte sich darauf geeinigt, an allen Grundschulen ab der dritten Klasse wieder Notenzeugnisse einzuführen. In der vierten Klasse soll es wieder eine schriftliche Schulübergangsempfehlung geben.

Aus Sicht des Gemeinschaftsschulverbandes ist das ein Rückschritt. Er verwies auf Studien des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, wonach Armut und Bildung in Deutschland stärker vererbt werden als in anderen Ländern. Der Schlüssel dagegen sei mehr gemeinsames Lernen und weniger Selektion.

Lehrervertretung befürwortet Notenzeugnisse

Die Interessenvertretung der Lehrkräfte in Schleswig-Holstein IVL reagierte mit Unverständnis auf die Kritik an Noten in Grundschulen. Diese seien ein bewährtes Mittel zur Leistungsmessung. „Man nimmt den Schülern durch oft nichtssagende Kompetenzraster die Freude an Leistung und Wettbewerb“, sagte die Vorsitzende Grete Rhenius.

Landeselternbeirat "belächelt" Reformvorhaben

Aus Sicht des Vorsitzenden des Landeselternbeirats, Volker Nötzold, ist die Diskussion „ein alter Hut“. Die Vorgängerregierung von SPD, Grünen und SSW habe seinerzeit das Kompetenzzeugnis eingeführt und den Schulen die Wahlfreiheit – Noten oder Kompetenzraster – überlassen. „Jetzt ist es lediglich umgekehrt.“ Nötzold: „Irgendwas braucht man für seine politische Klientel. Das belächle ich an der Stelle.“ Die schriftliche Schulübergangsempfehlung in Klasse vier sehe der Verband hingegen positiv, hieß es.

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