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Schleswig-Holstein Im Kampf gegen Produktpiraterie
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20:03 14.11.2018
Von Niklas Wieczorek
Jan Renner, derzeitiger Leiter des Zollamtes Kiel, erkennt Fälschungen meist schnell. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Die Initialzündung gebe üblicherweise der Hersteller selbst, so Renner: "Der Markeninhaber muss einen Antrag stellen, dass der Zoll aktiv wird." Darin müssten Produkte, Schutzrechte und Rechtsnormen exakt aufgeführt sein. Durch den Zoll müssen Pakete aus Drittländern außerhalb der Europäischen Union ohnehin. Fällt dort etwas auf – das kann auch schon durch die Beschriftung oder die Rechnung deutlich werden – könnten gleich mehrere Verfahren greifen, so Renner.

"Viele Empfänger wissen nicht, dass es sich um eine Fälschung handelt", sagt Renner. "Sie werden nicht nur getäuscht, sondern es geht auch um Gesundheit." Giftige Materialien, nicht ausreichender UV-Schutz bei Sonnenbrillen, mangelhafte Dämpfung bei Schuhen – all das könne Gesundheitsschäden nach sich ziehen, die der Zoll durch sein Eingreifen verhindert.

Auch der Kunde ist verantwortlich

Der Kunde ist für seine Bestellung verantwortlich und könne in Regress genommen werden, sagt Claus-Peter Minkwitz, Sprecher des Hauptzollamtes Kiel. Wird ein Produkt einbehalten und später vernichtet, bekommt der Besteller vom Zoll selbstverständlich keinen Ausgleich.

Auch Minkwitz verweist darauf, wie sich Fälschungen im wachsenden Online-Handel erkennen und ihr Kauf vermeiden lässt: Wer sich allzu sehr vom Preis anlocken lässt, die Händlerseite nicht auf seriöse Angaben wie Datenschutzinformationen, ein Impressum und eine nachvollziehbare Kontaktadresse überprüft – der handle selbst grob fahrlässig und nehme in Kauf, Produktpiraterie zu unterstützen.

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