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Schleswig-Holstein Lehrer wollen mehr Zeit für Unterricht
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10:00 12.02.2019
Von Christian Hiersemenzel
Der Verband Bildung und Erziehung fordert: Lehrer brauchen wieder mehr Zeit für ihre Schüler. Quelle: Julian Stratenschulte
Kiel

Ende vergangenen Jahres hatte der Verband Bildung und Erziehung (VBE) die Pädagogen aus Grund- und Gemeinschaftsschulen zu ihrem wöchentlichen Sitzungsaufwand befragt. Jetzt liegt das Ergebnis vor: Klassenlehrer an Grundschulen verbringen demnach neben der Zeit im Klassenraum, der Korrektur von Arbeiten und der Unterrichtsvorbereitung wöchentlich 380 Minuten in Sitzungen, also mehr als sechs Stunden zusätzlich. Bei den Klassenlehrern in Gemeinschaftsschulen sind es 440 Minuten. Das sind mehr als sieben Stunden.

Verband Bildung und Erziehung fordert mehr Zeit

„Lehrkräfte brauchen wieder mehr Zeit für ihre Schüler“, forderte VBE-Landeschef Rüdiger Gummert. Vielen Kolleginnen und Kollegen fehle Zeit für den eigentlichen Kern ihrer Aufgabe: den Unterricht. Der hohe Sitzungsbedarf greife aber ins Stundenkontingent der Nachmittage ein, raube Zeit für die Planung „von wertorientierten und gesellschaftspolitischen Projekten“, von innovativer Wissensvermittlung und auch ganz normalem Unterricht, warnt der Verbandsvorsitzende. „Die Folge: Der Rückzug auf das gerade eben noch Machbare ist in vollem Gange.“

Unterrichtsverpflichtung der Pädagogen reduzieren

Aus Gummerts Sicht sind Sitzungen durchaus notwendig. Elterngespräche, etwa an den Grundschulen zur Wahl der weiterführenden Schule, seien gut und würden von den meisten Beteiligten positiv empfunden. Im Umkehrschluss könne das aber nur bedeuten, die Unterrichtsverpflichtung der Pädagogen zu reduzieren. „Wir wissen, dass unsere Forderung sehr teuer ist“, sagt Gummert. Man erwarte von der Landesregierung aber in einem ersten Schritt eine Entlastung von Klassenlehrern und Lehrern in Inklusionsklassen.

Bildungsministerium erarbeitet Vorschlag

An der Befragung hatten sich 540 Lehrer insgesamt beteiligt – der VBE ist ein kleiner Verband. Doch Vertreter der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und des gymnasialen Landes-Philologenverbandes bestätigten das Ergebnis. „Die Arbeitszeiten wurden in den vergangenen Jahren nicht der gestiegenen Belastung angepasst“, sagte GEW-Landesgeschäftsführer Bernd Schauer. „Das Bildungsministerium unterschätzt das Problem eindeutig.“ Bildungsministerin Karin Prien (CDU) bezeichnete es als „Errungenschaft, dass unsere Lehrkräfte jenseits der Unterrichtsverpflichtung keine zwingenden Vorgaben für ihre sonstigen Arbeitsbereiche haben“. Ihr Haus nehme an den Schulen aber speziell Mitarbeiter mit Leitungsaufgaben in den Blick und erarbeite einen Vorschlag. „Schulleitungen stehen bei diesem Thema in besonderer Verantwortung.“

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