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Schleswig-Holstein Diskussion um wolfssichere Zäune
Nachrichten Schleswig-Holstein Diskussion um wolfssichere Zäune
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10:00 30.11.2018
Von Alev Doğan
Im Wildpark Eekholt sind die Wölfe eine Attraktion. Doch die Attacke auf Schafe im Kreis Pinneberg hat die Diskussion neu entfacht. Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert
Kiel

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch sind zwei Schafe hinter einem Wolfsschutzzaun in der Gemeinde Westerhorn im Kreis Pinneberg gerissen worden. Möglicherweise war es ein Wolf, sagte Martin Schmidt vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR). Für eine endgültige Bestätigung müsse jedoch das Ergebnis einer DNA-Analyse abgewartet werden.

Wolfschutzzaun mit Vier-Litzen-System

Bei dem überwundenen „Wolfsschutzzaun“ handelte es sich um ein Vier-Litzen-System. Die erste Litze war 20 Zentimeter über dem Boden, drei weitere reihten sich in eine Gesamthöhe von 1,20 Meter. Die Litzen führten – wie empfohlen – Strom zwischen 3000 und 5000 Volt.

Wolfsicher oder nicht?

„Wenn es ein Wolf gewesen sein sollte, würde mich das nicht überraschen“, sagte der Wolfskoordinator des Landes, Jens Matzen. „Der Wolf ist ein opportunistisches Tier. 100 prozentige Sicherheit gibt es nicht.“ Insofern müssen Schäfer laut Matzen weiterhin auf diese Zäune setzen, um ihre Tiere zu schützen. „Diese Zäune bleiben wolfssichere Zäune, denn es sind nur Einzelfälle, in denen ein Wolf es schafft, sie zu überwinden. Der Vorfall in Westerhorn ist natürlich verdammt ärgerlich. Das liegt mir auch quer im Magen.“

Auch der jagdpolitische Sprecher der CDU im Landtag, Hauke Göttsch, ist vom überwundenen Zaun nicht überrascht, schätzt die Situation allerdings anders ein: „Solche Zäune kann man nicht mehr ’wolfssicher’ nennen, das hat sich jetzt erledigt“, sagt Göttsch. „Die Konsequenz muss sein, dass Tiere, die einen solchen Zaun überwinden, geschossen werden.“

Derzeit müssen „problematische“ Wölfe mindestens zwei Mal einen solchen Zaun überwinden, um eine Prüfung des Abschusses einzuleiten. „Ein einfacher Nachweis ist derzeit kein rechtssicherer Grund für die Prüfung eines Abschusses“, sagte eine Sprecherin des Umweltministeriums in Kiel.

„Das muss geändert werden“, fordert Göttsch. „Wie soll denn nachvollzogen werden können, wie oft dieser oder jener Wolf Wolfszäune überwunden hat?“

Erster Mensch in Deutschland von Wolf angegriffen?

Bundesweit Schlagzeilen hat zuletzt ein Vorfall im niedersächsischen Steinfeld gemacht: Ein 55-jähriger Gemeindearbeiter hatte berichtet, am Dienstag von einem Wolf in die Hand gebissen worden zu sein – das wäre der erste Angriff eines Wolfes auf einen Menschen nach Rückkehr der Tiere nach Deutschland.

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