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Wirtschaft 1000. U-Boot gewartet: Millimeterarbeit in der Röhre
Nachrichten Wirtschaft 1000. U-Boot gewartet: Millimeterarbeit in der Röhre
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19:16 17.08.2009
Kiel

„Das ist für mich auch eine Premiere. Ich bin zum ersten Mal hier in diesem Dock“, sagt der aus Thüringen stammende Kommandant nach dem gelungenen Manöver. Viele hat er allerdings noch nicht gefahren, wie das frische Weiß seiner Kommandantenmütze erkennen lässt. „Ich habe erst am 6. Juli meine Kommandantenprüfung gemacht“, sagte der 27-Jährige. Der Marineoffizier ist einer der jüngsten U-Boot-Kommandanten der Deutschen Marine. „Das Manöver war ganz okay“, lobt auch der erfahrene Dockmeister Klaus-Peter Perschke das problemlose Einlaufen in die geflutete Röhre. „Im Prinzip müssen Sie das Boot nur mit dem Bug durch die Docköffnung bekommen. Danach sind wir verantwortlich, so steht es in der Marinedienstvorschrift“, klärte Perschke den jungen Kommandanten auf. Perschke (59) und sein Kollege Wolfgang Klebwoski (58) haben schon viele U-Boote in ihrer 74 Meter langen und im Durchmesser 12,5 Meter messenden Druckröhre gehabt. Deutsche, norwegische und polnische U-Boote werden regelmäßig in dem Druckzylinder auf Dichtigkeit und Festigkeit geprüft. Die vor 35 Jahren gebaute „U 18“ muss diese Prüfung bis heute Nachmittag absolvieren. Dabei bleibt die Besatzung im Boot und das Dock wird komplett mit 8400 Kubikmetern Wasser gefüllt. Danach wird über Pumpen der Wasserdruck in der Röhre langsam gesteigert, bis die erforderlichen Tauchtiefen erreicht werden. Die Besatzung überprüft dabei das Boot auf Dichtigkeit. „Diese Prüfungen sind immer dann erforderlich, wenn ein Boot in der Werft war und Arbeiten am Druckkörper erfolgt sind“, sagt Hans-Wilhelm Rahn, Direktor des Marinearsenals Kiel.Die Zukunft des Druckdocks selbst ist noch ungewiss. Da die neuen U-Boote der Klasse 212A nicht in das Dock passen, besteht bislang nur eine Bestandsgarantie bis 2014. So lange sollen die Boote vom Typ 206A fahren. Dazu gehört auch „U 18“. Pläne für ein neues Dock gibt es. „Die Marine hat nur noch keinen Bedarf angemeldet“, bestätigt Rahn. Die neuen U-Boote werden in norwegischen Fjorden bei Tauchfahrten mit Besatzung auf ihre Dichtigkeit geprüft. Ähnliche Verfahren gab es auch vor dem Bau des Docks. Dabei gab es aber einen Unfall, sodass 1967 das Druckdock gebaut wurde. „Im Notfall kann hier der Druck in 30 Sekunden ausgeglichen werden“, sagt Dockmeister Perschke.

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