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Wirtschaft Der Rohstoff Regen ist ein Zukunftsthema
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16:18 11.02.2019
Von Anne Holbach
Hans-Julius Ahlmann (2. v. re.) führt die CDU-Politiker Hans-Hinrich Neve (von links), Landtagsabgeordneter Lukas Kilian und Harmut Hamerich durch die Aco-Produktionsräume. Quelle: Sonja Paar
Büdelsdorf

„Mit aufgefangenem Regenwasser lässt sich 50 Prozent Trinkwasser einsparen“, sagt Mark Jung, Experte für Regenwassernutzung bei Aco. Der verantwortungsvolle Umgang mit dem Rohstoff sei ein absolutes Zukunftsthema. Jung zeigt große schwarze Tanks für den Garten oder den Keller. „Rain4me“ – regne für mich – heißen die Behälter, in denen das Regenwasser gefiltert und aufgearbeitet wird. Über einen schwimmenden Ansaugfilter gelangt es dann in die Leitung.

„Damit können Sie zum Beispiel den Rasen sprengen und die Waschmaschine oder die Toilettenspülung mit Wasser versorgen. Duschen ist nicht erlaubt“, sagt Jung. Sei zu wenig Regenwasser im Tank, sorge eine intelligente Steuereinheit dafür, dass auf die normale Trinkwasserversorgung umgeschaltet wird.

Extremwetter nimmt zu

„Wir hatten im vergangenen Sommer bereits mit Dürre und Wasserknappheit zu kämpfen“, sagt Patrick Schmidt, wissenschaftlicher Referent des CDU-Arbeitskreises Wirtschaft. Statt nur an Dürrehilfen für die Landwirtschaft oder Rückversicherungsfonds zu denken, sei auch überlegenswert, dass es Förderungen gebe, wenn sich Menschen für Regenwassernutzungskonzepte entscheiden.

Die Klimaforschung, dass uns immer mehr Extremregenfälle erwarten. Ein Problem bei der zunehmenden Versiegelung von Flächen. „Dann fällt mehr Regen, als der Boden und die Kanalisation aufnehmen können. Wasser, das vergeudet wird, wenn wir es nicht speichern.“ In vielen Neubaugebieten sind deswegen Regenrückhaltebecken bereits Standard, die bei Starkregen als Puffer für die Kanalisation dienen.

Aco peilt Umsatz von 900 Millionen Euro an

Entwässerungstechnik aus Büdelsdorf steckt ebenso im WM-Fußballstadion im russischen Samara wie im neuen Gazprom-Tower in St. Peterburg. Gigantische Bauprojekte, die viel Geld in die Kassen des Unternehmens spülen. 850 Millionen Euro Umsatz hat Aco mit seinen weltweit 5000 Mitarbeitern im vergangenen Jahr gemacht.

Für 2019 peilt Ahlmann 900 Millionen Euro an, 2021 will er die Milliarden-Marke knacken. Gerade erst ist seine Firma mit dem Baustoff-Oscar ausgezeichnet worden.

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