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Albig gegen zu viel Bürokratie

Landwirtschaft Albig gegen zu viel Bürokratie

Papierkrieg statt Trecker fahren: Immer mehr Zeit müssen Landwirte am Schreibtisch verbringen. Ministerpräsident Albig kritisiert die ausufernde Bürokratie. Und Bauernpräsident Schwarz beklagt ein generelles Misstrauen gegen die moderne Landwirtschaft.

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Am Schreibtisch, statt auf dem Acker: Landwirte müssen immer mehr Zeit für "Schreibkram" aufwenden.

Quelle: asd

Rendsburg. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) hat sich gegen zu viel Bürokratie in der Landwirtschaft ausgesprochen. „Dafür ist mir die Qualifikation unserer Landwirte viel zu wertvoll und ihre Zeit ist mir dafür viel zu schade“, sagte er am Freitag auf dem Landesbauerntag auf der Landwirtschaftsmesse Norla in Rendsburg.

 Die Landwirtschaft sei heute hochtechnologisiert, gleichzeitig jedoch auch sehr bürokratisiert: „Weniger Knochenarbeit ist gut, aber die gewonnene Zeit mit mehr Papierkrieg zu verbringen, das ist schlecht“, sagte Albig. „Wir brauchen Dokumentation, wir brauchen Berichte und Kontrollen, aber wir brauchen keine virtuelle Welt, die wir künstlich neben die bäuerliche Welt setzen.“

 Gleichzeitig sprach sich Albig für einen starken ländlichen Raum aus. „Unsere einheimische bäuerliche Landwirtschaft braucht eine gute Zukunft, und die hat sie auch verdient“, sagte der Regierungschef: Die Bauern würden „wirklich gute Arbeit“ leisten, sie würden den ländlichen Raum und das Landleben stark und lebendig machen. Es sei wichtig, dass die Menschen überall im Land diese Arbeit wertschätzen, bekräftigte Albig.

 Schleswig-Holsteins Bauernverbandspräsident Werner Schwarz forderte mehr Aufklärung der Bevölkerung über Zusammenhänge von Massentierhaltung und Industrialisierung in der Landwirtschaft. „Wer sich als Landwirt den Herausforderungen des Marktes stellt, seine betrieblichen Abläufe optimiert und zur Sicherung seiner Existenz die Tierhaltung ausdehnen will, sieht sich massiver Kritik gegenüber“, sagte Schwarz. Der harte Markt sowie zunehmende behördliche Auflagen würden dazu führen, dass viele Bauern aufgeben. Mindestens zwei Prozent der Höfe sterben jedes Jahr, sagte Schwarz. „Nicht selten sind es die Betriebe, die von Größe und Umfang den Vorstellungen und Wünschen der Verbraucher entsprechen.“

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