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Wirtschaft Beratung ist oft „Etikettenschwindel“
Nachrichten Wirtschaft Beratung ist oft „Etikettenschwindel“
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08:01 26.05.2018
Von Anne Holbach
Malte Krüger hat Angst vor der Rentenlücke, die ihm im Alter droht: Er ist nach eigenen Angaben Durchschnittsverdiener und hat als Angestellter und Selbstständiger gearbeitet. Quelle: Frank Peter
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Kiel

Sie haben sich dem Thema sowohl aus Kunden- als auch Beratersicht genähert, indem sie versucht haben, bei einem Finanzdienstleister anzuheuern. Was hat sie dabei am meisten erschreckt?

Malte Krüger: Um eine Mündigkeit als Verbraucher zu erwerben, war es für mich wichtig, auch in das Innere dieses Milieus zu blicken. Deswegen wollte ich ausprobieren, ob der Finanzstrukturvertrieb mich einstellt – unter folgender Maßgabe: Ich weiß nichts über Finanzen, aber alles über die Techniken der rhetorischen Manipulation. Sobald die andere Seite dieses Angebot freudig angenommen hat, war das im Grunde entlarvend genug.

Wenn Sie über Berater sprechen, benutzen Sie Begriffe wie „provisionsgesteuerte Vertriebsmaschinen“ oder „organisierte Unkenntnis“...

Der Begriff Berater ist an sich schon ein Etikettenschwindel: Beratung ist nach soziologischer Definition die Vermittlung von Erkenntnissen. Diese Leute haben aber in der großen Mehrheit keine Erkenntnisse zu vermitteln, sondern Produkte zu verkaufen. Ich darf als Verbraucher nicht erwarten, Aufklärung zu finden. Das betrifft nicht nur die Finanzstrukturvertriebe, sondern auch Versicherungsmakler und Banken. Oft steht das Ergebnis der Beratung schon vorher fest. Es ist ein bestimmtes Produkt im Warenkorb einer Bank und das wird mir als das Seligmachende verkauft. Das führt dazu, dass ich als Kunde nur einen minimalen Ausschnitt der Welt der Geldanlage kennenlerne. Häufig ist es auch so, dass die Bankberater selbst nur diesen kleinen Ausschnitt kennen. Sie beherrschen ihr eigenes Fach nicht.

Das Buch "Undercover in der Finanzindustrie" ist im Münchner FinanzBuch Verlag erschienen. Das 272 dicke Werk von Malte Krüger und Alexander Schmidt kostet 19,99 Euro.

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe der Kieler Nachrichten lesen.

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