Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Wirtschaft Analyse: Angriffe auf Browser-Lücken besonders gefährlich
Nachrichten Wirtschaft Analyse: Angriffe auf Browser-Lücken besonders gefährlich
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:46 18.09.2012
Nutzer des Internet Explorers müssen derzeit eine gefährliche Lücke fürchten. Quelle: Simon Chavez

Dann können auf einen Schlag im übelsten Fall Hunderte Millionen Menschen betroffen sein. So schlimm kam es im aktuellen Fall mit dem Internet Explorer von Microsoft nicht, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sah sich dennoch gezwungen, den Nutzern vorerst den Wechsel auf andere Browser-Programme zu empfehlen.

Microsoft selbst betont, dass der neueste Internet Explorer 10 von der Sicherheitslücke nicht betroffen sei und auch die Schwachstellen in den Versionen 7, 8, und 9 nicht flächendeckend, sondern nur für einige gezielte Attacken missbraucht würden. Das Unternehmen arbeitet unter Hochdruck an einer Lösung. Wann sie kommt, war zuletzt noch nicht klar. Zunächst empfiehlt Microsoft die Installation einer zusätzlichen Software-Komponente und Änderung der Einstellungen - eine Sache eher für Fortgeschrittene.

Das Tempo, mit dem im Internet funktionsfähige Baukästen für das Anstecken fremder Rechner auftauchten, zeigt, wie flink die Online-Kriminellen agieren: Am Wochenende gab es erste Hinweise auf die Sicherheitslücke, am Montag wurden über die Schattenkanäle sogenannte Exploits angeboten, wie Sicherheitsexperten berichteten.

Dabei sind die Browser schon deutlich sicherer geworden. Der Sicherheitssoftware-Spezialist Symantec fand im vergangenen Jahr 351 Schwachstellen gegenüber noch 500 im Jahr 2010. Für diesen Rückgang seien allerdings in großen Teilen Verbesserungen bei Googles Browser Chrome verantwortlich, schränkten die Entwickler der "Norton"-Antiviren-Software in ihrem Jahresbericht ein.

Chrome ist auch der große Aufsteiger der vergangenen Jahre in der Browser-Welt. Nach verschiedenen Schätzungen ist die Google-Software entweder die Nummer eins oder die Nummer zwei hinter dem Internet Explorer. Microsoft hatte die Spitzen-Position in dem Bereich seit dem "Browser-Krieg" der 90er Jahre gegen den Pionier Netscape gehalten. Entsprechend steht die Software noch mehr im Visier der Online-Kriminellen als der quelloffene Firefox der Mozilla-Stiftung oder Apples Safari-Browser: Wo die meisten Kunden sind, da gehen auch die Abzocker hin.

Die neue Schwachstelle im Internet Explorer ist eine der berüchtigten "Zero-Day"-Lücken. Die Formulierung mit dem "Tag Null" bedeutet, dass das Problem bisher gänzlich unbekannt war - und es entsprechend nicht einmal im Ansatz ein Pflaster für das Loch gibt. Das steigert die Chancen der Online-Angreifer extrem. Zugleich verlassen sie sich selten auf nur eine Lücke: Das digitale Verbrecher-Werkzeug, das man sich im Netz für 100 bis 1000 Dollar kaufen kann, klappert üblicherweise bis zu 25 verschiedene Schwachstellen ab.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Obwohl die US-Geschworenen in Kalifornien keine Verletzung von Apples Design-Schutzrechten durch das Samsung-Tablet Galaxy Tab 10.1 festgestellt haben, bleibt der Verkauf des Geräts in den USA vorerst untersagt.

18.09.2012

Die Reichen in Deutschland werden immer reicher - zehn Prozent der Haushalte verfügen inzwischen über mehr als die Hälfte des gesamten Vermögens.Das geht aus dem Entwurf für den aktuellen Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung hervor.

18.09.2012

Der aus Deutschland stammende AMD-Finanzchef Thomas Seifert verlässt ohne Vorwarnung den US-Chiphersteller. Das ist ein harter Schlag für das Unternehmen, das unter flauen PC-Verkäufen und dem harten Wettbewerb durch den Erzrivalen Intel leidet.

18.09.2012
Anzeige