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Wirtschaft Hedgefonds wollen HSH Nordbank verklagen
Nachrichten Wirtschaft Hedgefonds wollen HSH Nordbank verklagen
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07:00 13.07.2018
Von Anne Holbach
Anleihengläubiger fühlen sich durch den Deal zwischen HSH Nordbank und neuen Eignern benachteiligt. Sie wollen Einsicht in vertrauliche Unterlagen zum Verkauf. Quelle: Daniel Bockwoldt
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New York/Kiel

Ein Verfahren soll klären, ob sich die Bank gegenüber den Anleihegläubigern „pflicht- und gesetzeswidrig“ verhalten hat, teilte die Frankfurter Agentur Charles Parker mit, die für die Kläger spricht. Die Nordbank und das Finanzministerium wollten sich am Donnerstag nicht dazu äußern.

Zur Vorbereitung auf den angekündigten Rechtsstreit in Deutschland haben die Investoren vergangene Woche in den USA einen Antrag auf Rechtshilfe gestellt. Sie fordern von den HSH-Käufern – Cerberus, Flowers und Goldentree Asset Management – den Einblick in vertrauliche Dokumente.

Hedgefonds wollen den Kaufvertrag sehen

Laut den bei einem New Yorker Bezirksgericht eingereichten Unterlagen, die unserer Zeitung vorliegen, wollen die Gläubiger sowohl den HSH-Kaufvertrag sehen als auch Dokumente zum Verkauf eines Portfolios notleidender Kredite.

Die Investoren hatten sogenannte Tier-1-Anleihen der HSH Nordbank in Millionenhöhe gekauft. Regelmäßige Zinsauszahlungen sind hierbei nicht sicher, weil diese nur dann geleistet werden dürfen, wenn bei der Bank genug verteilbarer Gewinn vorhanden ist. Macht eine Bank Verluste, kann sie den Wert der Anleihen herunterschreiben.

Kläger glauben, Bank hat absichtlich Verluste herbeigeführt

Das hat auch die HSH Nordbank getan. Damals hatte sie angekündigt, dass unter anderem durch den Verkauf eines Pakets mit faulen Krediten an die neuen Eigentümer ihr Jahresergebnis vor Steuern mit einem „mittleren dreistelligen Millionenbereich“ im Minus liege. Dieser Verlust werde „zu einer weiteren Verlustpartizipation der Hybridkapitalgläubiger führen“.

Die Gläubiger wollen das nicht hinnehmen. Sie werfen der HSH Nordbank vor, dass sie keinen Versuch unternommen habe, das Kreditportfolio im Rahmen eines Bieterverfahrens zu veräußern. Dem Anschein nach sei der Verkauf so geplant worden, dass den Käufern unzulässig ein finanzieller Vorteil auf Kosten der Gläubiger verschafft wurde.

Wurden die Reserven zu kräftig befüllt?

Außerdem hat die HSH Nordbank nach Ansicht der Gläubigergruppe ihre Rücklagen, die gegen allgemeine Bankrisiken absichern sollen, zu kräftig befüllt. Demnach hat das Kreditinstitut seine Reserven in den vergangenen fünf Jahren um 1,26 Milliarden Euro aufgestockt. Ohne diese Verstärkung hätte in mehreren Jahren ein Gewinn erzielt werden können, sind sich die Kläger sicher.

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