Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Wirtschaft Arbeitsagentur baut 185 Jobs ab
Nachrichten Wirtschaft Arbeitsagentur baut 185 Jobs ab
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:52 18.09.2012
Von Jürgen Küppers
Die Arbeitsagenturen im Norden bauen 185 Stellen ab. Quelle: Schaller

Bislang war die Kieler Arbeitsagentur nicht nur für Arbeitsuchende in der Landeshauptstadt zuständig, sie betreute auch Kunden in Plön und Teilen des Kreises Rendsburg/Eckernförde. Im Zuge einer Neuschneidung der Zuständigkeitsbereiche ändert sich das nun zum Stichtag 1. Oktober. Bei der dann greifenden Gebietsreform gibt die Kieler Agentur den „Altkreis“ Eckernförde – und damit auch die Geschäftsstelle Eckernförde – an die Arbeitsagentur in Neumünster ab.

Im Zuge dieser Anpassung werden Kunden aus den Umlandgemeinden, die zum Kreis Rendsburg/Eckernförde gehören, zwar organisatorisch künftig der Arbeitsagentur in Neumünster zugeordnet. Längere Wege Richtung Neumünster soll dies für die meisten Arbeitslosen jedoch nicht bedeuten. Für diesen Kundenkreis richtet die Kieler Arbeitsagentur an ihrem Sitz in der Adolf-Westphal-Straße eine eigene Geschäftsstelle „Kieler Umland“ ein. Die Ansprechpartner sowie die gesamte Palette der Dienstleistungen sollen am gewohnten Ort erhalten bleiben. Präzise Informationen, welche Gemeinde welcher Geschäftsstelle zugeordnet ist, finden sich ab 1. Oktober im Internet unter www.arbeitsagentur.de.

Auf der anderen Seite beschert die Reform der Kieler Arbeitsagentur auch neue Zuständigkeiten für zehn Gemeinden, die bislang von Kollegen in Neumünster betreut wurden: Großharrie, Tasdorf, Bönebüttel, Rendswühren, Schillsdorf, Bothkamp, Wankendorf, Ruhwinkel, Stolpe und Belau. Dort dürften sich für etwa 120 ALG-I-Bezieher längere Anfahrtswege zur Kieler Agentur-Außenstelle in Plön ergeben. Die Agentur erstattet Fahrtkosten ab einer Höhe von sechs Euro. Außerdem seien Kontaktaufnahmen auch online oder per Telefon möglich.

Hintergrund für die Neuschneidung der Zuständigkeitsbereiche ist ein drastischer Rückgang der Arbeitslosenzahl im Land von im Schnitt 161000 im Jahr 2005 auf 103500 im Jahr 2011. Als Folge davon plant die Bundesagentur für Arbeit einen Stellenabbau im eigenen Haus von etwa 17000 Arbeitsplätze im Bundesgebiet bis 2015. Schleswig-Holstein wäre davon mit einem Abbau von insgesamt 185 Stellen betroffen. „Kündigungen werden jedoch nicht ausgesprochen“, versicherte der Vize-Chef der Kieler Arbeitsagentur, Volker Lenke. Die Stellenreduzierung geschehe allein durch auslaufende befristete Verträge oder aufgrund von altersbedingten Abgängen.

„Der Rückgang der Arbeitslosigkeit zwingt uns zur Nachschärfung und Straffung unserer Organisationsabläufe“, erklärte Lenke weiter. Die Arbeitslosen spürten diese Umstellung jedoch nicht. Annahme und Prüfung von Anträgen erledigten die Mitarbeiter in den Geschäftsstellen der Agenturen auch weiterhin. Die Bearbeitung der Unterlagen werde je nach Themengebieten jedoch von Spezialisten der Agenturen in Flensburg, Neumünster, Heide, Kiel und Lübeck vorgenommen.

Unter dem Strich verspricht Lenke sich Vorteile von der Reform: „Die Zusammenarbeit der Agenturen mit Schulen, Behörden und Verbänden dürfte sich verbessern, wenn Überschneidungen von Zuständigkeiten künftig entfallen.“

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige