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13:55 20.01.2017
Per Whatsapp-Unterhaltung mit einem Chat-Bot bietet die Arbeitsagentur seit kurzem Berufsberatung an. Quelle: dpa
Hannover

Die Schulzeit neigt sich dem Ende zu, die letzten Arbeiten werden geschrieben, bald hält man das Abschlusszeugnis in der Hand – und dann? Um Jugendlichen in der ganzen Republik bei dieser Frage eine Entscheidungshilfe an die Hand zu geben, hat die Bundesagentur für Arbeit jetzt ein neues Digitalangebot gestartet.

Chat mit der Maschine

„What’sMeBot“, heißt die Lösung, mit der angehenden Azubis im Rahmen der Initiative „Typisch ich“ bei der Berufswahl unter die Arme gegriffen werden soll. Nach einem kurzen „Hallo“ per Whatsapp an die auf der Website der Agentur hinterlegte Mobilnummer startet der Selbsttest. Acht Fragen gilt es zu beantworten, die Antworten sollen nach persönlichen Präferenzen gewählt werden. Das Gegenüber ist dabei allerdings kein Mensch, sondern ein sogenannter Chat-Bot, ein Computerprogramm, das auf die Eingaben des Nutzers reagiert.

Berufsberatung per Whatsapp: Beispielfragen

„Was wäre deine Superkraft im Job?“ Die Antwortmöglichkeiten:

1. Ich kann mir Sachen ausdenken, auf die kein anderer kommt.

2. Ich erkenne ein technisches Problem auf den ersten Blick.

3. Ich kann mit einer Umarmung Probleme lösen.

4. Ich kann Chaos in Übersichtlichkeit verwandeln.

Die Antwort an den virtuellen Gesprächspartner erfolgt wahlweise mit der passenden Zahl oder dem der jeweiligen Variante zugeordneten Emoji. Rückmeldung erfolgt mit flotten Sprüchen („Super Antwort!“) oder lustigen Bildern. Am Ende des Tests sollen die Nutzer erfahren, ob sie ihre berufliche Zukunft eher im handwerklich-technischen, künstlerisch-kreativen, kaufmännisch-verwaltenden oder sozial-pflegerischen Bereich suchen sollten.

Richtungsempfehlung und kuriose Vorschläge

Die vorgeschlagenen Berufsfelder weichen dabei allerdings auch teils deutlich von der vermeintlich korrekten Selbsteinschätzung ab. Beim Test im Kollegenumkreis wurde etwa gleich zwei Mal ein handwerkliches Berufsfeld vorgeschlagen, ein anderer Redakteur sollte eher den Weg in einen Pflegeberuf einschlagen – obwohl die Antworten teils sehr deutlich zu überwiegend kreativen Berufen passten. Kein Fehler im eigentlichen Sinne: Es könne durchaus zu solchen Resultaten kommen, so die Macher, etwa, wenn man in seinen Antworten Empathie und die Fähigkeit zuzuhören erkennen lasse.

Berufsberatung per Whatsapp: Beispielfragen

„Eine extrem langweilige Schulstunde. Wie überlebst du sie?“ Die Antwortmöglichkeiten:

1. Ich plane den nächsten Abend mit Freunden.

2. Ich höre mir die Lebensgeschichte meines Banknachbarn an.

3. Ich baue Türmchen aus Stiften und Radiergummis.

4. Ich kritzel was Schönes in meinen Block.

Die Berufswahl per Whatsapp will die Arbeitsagentur generell als Zusatzangebot verstanden wissen. „Wir erreichen viele Jugendliche bereits durch Beratungen an Schulen oder Klassentermine in unseren Berufsinformationszentren“, erklärt Pressesprecherin Susanne Eikemeier. „Mit dem ’What’sMeBot’ sprechen wir zusätzlich auch die Digital Natives, holen die Jugendlichen mit etwas ab, für das sie sich begeistern können.“ Kaum verwunderlich also, dass als Präsentator der Kurznachrichten-Berufsberatung der Youtuber Julien Bam auftritt. „Er ist jung genug, um unsere Zielgruppe zu erreichen und kann viele Follower vorweisen“, erläutert Eikemeier die Entscheidung für den jungen Internet-Star.

Und auch als abschließende Entscheidungsgrundlage solle der Test nicht verstanden werden. Vielmehr wolle man gerade junge Menschen mit dem Angebot dazu motivieren, sich überhaupt mit der Frage nach der beruflichen Zukunft zu befassen – und im Anschluss an das Bot-Gespräch den Weg zum Berufsberater einzuschlagen.

Von RND/Bastian Fischer

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