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Wirtschaft Auftragsflaute in der deutschen Industrie
Nachrichten Wirtschaft Auftragsflaute in der deutschen Industrie
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12:30 07.06.2018
Flaute: Die deutsche Industrie leidet unter einem Auftragsrückgang. Quelle: dpa
Wiesbaden

Die deutsche Industrie ist kräftig ins Stocken geraten: Die Zahl der neuen Aufträge ist im April um 2,5 Prozent niedriger ausgefallen als im März. Das sei der vierte Rückgang in Folge, berichtete das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden. Im Vergleich zum April 2017 gab es einen Rückgang um 0,1 Prozent.

Besonders schwach hat sich die Nachfrage aus dem Inland gezeigt. Hier meldete das Bundesamt für April einen Einbruch der Aufträge um 4,8 Prozent im Vergleich zum März. Die Auslandsaufträge insgesamt fielen um 0,8 Prozent, die aus der Eurozone um 9,9 Prozent.

Experten hatten leichte Erholung erwartet

Analysten wurden von den Daten überrascht. Sie hatten eine Erholung erwartet und waren von einem Anstieg beim Auftragseingang um 0,8 Prozent ausgegangen. „Eine weitere kalte Dusche“, kommentierte Chefvolkswirt Carsten Brzeski von der ING Diba-Bank die Auftragsdaten. Es werde immer schwieriger, die schwache Entwicklung mit Sondereffekten wie ungewöhnlich vielen Urlaubstagen zu erklären. Offenbar sei der schwache Jahresauftakt der deutschen Wirtschaft gravierender als bisher gedacht, warnte Brzeski.

„Die Entwicklung sieht nicht gut aus“, kommentierte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel. Er vermutet die jüngste Debatte um Strafzölle als Ursache für den schwachen Auftragseingang. „Die Unternehmen in der Eurozone dürften verunsichert sein“, sagte der Experte. US-Präsident Donald Trump hat gegen europäische Waren Strafzölle verhängt, die EU hat darauf ihrerseits höhere Zölle auf US-Waren erhoben. Der Streit könnte noch zum Handelskrieg eskalieren.

Von RND/dpa

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