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Wirtschaft Autobahnbetreiber vor der Pleite
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11:05 23.08.2017
Zwischen 2008 und 2012 war die A1 auf dem Streckenabschnitt Hamburg-Bremen eine Dauerbaustelle. Quelle: dpa
Berlin

Es war das Vorzeigeprojekt für den privaten Ausbau von Autobahnen: Ungewöhnlich schnell wurde ein Streckenabschnitt der A1 zwischen Bremen und Hamburg in vier Jahren (2008-2012) sechsspurig – die sogenannte Hansalinie zwischen Buchholzer Dreieck und Bremer Kreuz. Federführend war das private Konsortium A1 Mobil. 650 Millionen Euro kostete der Autobahnausbau seinerzeit – Geld, das sich die privaten Bauherren durch die Lkw-Maut auf diesem Streckenabschnitt zurückholen wollten. Doch die Einnahmen flossen nicht wie erwartet und nun steht die Betreibergesellschaft laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung (SZ) vor der Pleite. Einziger Ausweg: Eine Klage gegen die Bundesregierung.

Laut SZ warnte A1 Mobil das Verkehrsministerium in einem Brief vor einer „existenzbedrohenden Situation“. Wenn die Bundesregierung kein Geld nachschieße, könnte in wenigen Monaten das Aus drohen. Der Grund: Weil die Finanzkrise den Güterverkehr einbrechen ließ, blieben auch die Erlöse aus der Lkw-Maut aus. Am Montag reichte das Konsortium laut SZ deshalb eine Klage über 640 Millionen Euro gegen die Bundesregierung ein.

Damit steht das größte Projekt öffentlich-privater Partnerschaften (ÖPP) offensichtlich vor der Pleite. Das Modell wurde vom Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) in den vergangenen Jahren stetig vorangetrieben. Sechs Projekte für einen privaten Autobahnausbau gibt es bereits, sieben weitere sind laut SZ geplant.

Ob die Klage von A1 Mobil erfolgreich sein wird, ist fraglich. So weist der Betreiber auf seiner Internetseite selbst daraufhin, dass „der Konzessionsnehmer das Risiko der Entwicklung des LKW-Verkehrs auf der Konzessionsstrecke tragen muss. Die Einnahmen von A1 mobil sind also somit vom LKW-Aufkommen abhängig.“

Von Anne Grüneberg/RND

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