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Wirtschaft Bauern setzen auf gemeinsame Vermarktung
Nachrichten Wirtschaft Bauern setzen auf gemeinsame Vermarktung
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07:00 08.08.2013
Von Oliver Stenzel
Sie beherrscht die Kunst des Dörrens: Silke Kühl (Hunkelstide) verarbeitet regionale und saisonale Obst- und Gemüseüberschüsse vor allem zu Trockenobst. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Rendsburg

Zwischen den Ständen der 15 Gründungsmitglieder riecht es appetitlich nach Katenrauch und Ziegenkäse, Himbeeren und Sauerkraut. Auf der Bühne freut sich Landwirtschaftskammer-Präsident Claus Heller darüber, dass der Verein nun auch die „Gesichter hinter den Produkten“ erkennbar machen will und dabei auf das Know-how der Kammer und ihr Gütezeichen setzt. Auch Robert Habeck betont das Potenzial der Nordbauern, das allgemeine Bewusstsein für das Agrarland Schleswig-Holstein zu stärken und dabei zugleich eine „ethische Haltung“ gegenüber den regionalen Ressourcen zu verkörpern. Die Entwicklung des Vereins will der Landwirtschaftsminister daher mit allen Mitteln fördern.

 Gute Vorzeichen also für Ernst Schusters Vision, die kleinen und mittleren Betriebe des Nordens miteinander zu verbinden und bei der Professionalisierung ihrer Direktvermarktung zu unterstützen. Schleswig-Holsteins Apfelpapst und Vorsitzender der Nordbauern weiß aus jahrzehntelanger Berufspraxis selbst, wie viel Aufwand es für den ohnehin hart arbeitenden Landwirt bedeutet, seine Produkte direkt unter das Volk zu bringen. Ansatzpunkte wie ein vernetzter Warenverkauf oder eine verbesserte Logistik sollen nun zur Absatzsteigerung und Existenzsicherung der Mitgliederbetriebe beitragen. „Wenn der eine in seinem Hofladen auch die Produkte des anderen anbietet, profitieren beide davon“, führt Schuster als Beispiel an und ergänzt, dass auch die Chancen für Geschäfte mit dem Lebensmitteleinzelhandel durch das geschlossene Auftreten steigen würden.

 Bereits als Gründungsmitglied des Vereins Feinheimisch wollte er diese Zielrichtung verfolgen, verließ ihn aber wieder, weil die Feinheimisch-Produzenten den beteiligten Gastronomen damals nicht gleichgestellt waren. „Es ist aus meiner Sicht nicht möglich, die Interessen der Landwirte hinreichend in einem Verein zu vertreten, der so sehr von Gastronomen dominiert wird“, betont Schuster auch heute noch. „Mit den Nordbauern bekommen sie nun eine starke Stimme.“

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