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Wirtschaft Mehr Lohn und ein Bett für Lkw-Fahrer
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12:33 05.12.2018
Ein Lkw-Parkplatz an einer Autobahn-Raststätte ist voll besetzt. Die EU-Länder wollen jetzt bessere Arbeitsbedingungen für Fernfahrer. Quelle: Ralf Hirschberger/dpa
Kiel/Brüssel

Das Paket muss nun allerdings noch mit dem Europaparlament verhandelt werden. Im Mittelpunkt steht der Grundsatz, dass für gleiche Arbeit am gleichen Ort auch gleicher Lohn gelten soll. Allerdings gibt es wegen der Besonderheiten des Transportgewerbes weiter Ausnahmen. Grenzübertritte sowie die Orte des Ladens sollen ab 2024 mit einem sogenannten intelligenten Fahrtenschreiber automatisch überwacht werden, zehn Jahre früher als bisher geplant. Zudem sollen Trucker wöchentliche Ruhezeiten nicht mehr in ihren Führerhäusern verbringen dürfen.

Unternehmensverband Logistik ist optimistisch

Aus Sicht der schleswig-holsteinischen Branche sind die neuen Standards ein längst überfälliger Schritt: „Die Mindestlohnpflicht und auch das Kabinen-Übernachtungsverbot unterbinden Sozialdumping durch Anbieter aus Osteuropa und dem Baltikum“, sagt Thomas Rackow, Geschäftsführer des Unternehmensverbandes Logistik. Rackow hofft, dass die Vorgabe, Fahrer müssten nach vier Wochen in die heimische Zentrale zurückkehren, Wirkung zeigt: „Damit wird das Vagabundieren ausländischen Lkw endlich eingeschränkt.“

Fahrermangel entgegenwirken

Positiv sieht die Branche die Standards auch deshalb, weil bessere Arbeitsbedingungen eine Voraussetzung seien, um dem akuten Mangel an Fahrern entgegenzuwirken. Als negative Folgen der neuen Standards erwartet die Transportwirtschaft vor allem steigenden Kosten, die letztlich von den Endverbrauchern zu tragen seien. Insgesamt gibt es in Schleswig-Holstein rund 850 Transportunternehmen mit rund 10000 Fahrzeugen.

Von Bastian Modrow

und Ulrich Metschies

Von kn online

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