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Wirtschaft Unternehmerkinder meiden das Chef-Sein
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18:45 04.10.2018
Von Ulrich Metschies
Ermuntert Existenzgründer, nicht nur an ein Start-up zu denken, sondern auch an die Übernahme eines bestehenden Betriebes: Wirtschaftsminister Bernd Buchholz.  
Kiel.

Dies ist das Ergebnis einer am Donnerstag von Wirtschaftsministerium, IHK und Handwerkskammer Schleswig-Holstein veröffentlichten Umfrage.

IHK-Präsidentin spricht von "Alarmsignal"

Danach finden Unternehmer immer seltener einen Nachfolger in der Familie. Gaben 2013 noch 60 Prozent der befragten Inhaber eine familiäre Lösung für die Fortführung des Betriebes an, liegt der Wert aktuell bei nur noch 40 Prozent. Von einem „Alarmsignal“ spricht Friederike Kühn, Präsidentin der IHK Schleswig-Holstein.

Faktor Zeit spielt eine entscheidende Rolle

Als Problem bewerten die Initiatoren der Umfrage, dass viele Unternehmenschefs das Nachfolgethema verdrängen: Fast jeder zweite Chef im Alter ab 55 Jahre hat noch keinerlei Beratung zu dem sensiblen Thema in Anspruch genommen. Gefährlich ist das Verdrängen nach Worten von Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) in mehrfacher Hinsicht. Zum einen sinke bei Unternehmen mit unklarer Zukunftsperspektive die Bereitschaft zu Investitionen und damit auch die Wettbewerbsfähigkeit. Zum anderen spiele der Faktor Zeit eine entscheidende Rolle, um einen geordneten Generationswechsel zu gewährleisten.

Hinzu kommt: Mit zunehmendem Alter steigt der Umfrage zufolge die Tendenz der Inhaber, ihren Betrieb zu schließen. So plant aktuell ein Drittel der Inhaber, die über 75 Jahre alt sind, die Abwicklung ihrer Firmen.

Verkaufserlös reicht meist nicht fürs Alter

Belastet wird die Suche nach einem Nachfolger allerdings auch durch das Thema Geld: „Der mögliche Verkaufserlös reicht in vielen Fällen nicht aus, um den Ruhestand des Altinhabers zu finanzieren“, sagt Handwerkskammer-Präsident Günther Stapelfeld.

Die Initiatoren der Studie appellieren an Firmenchefs, sich rechtzeitig um das Thema Nachfolge zu kümmern. Zudem sollten potenzielle Existenzgründer stärker als bislang in Erwägung ziehen, ein bestehendes Unternehmen weiterzuführen, statt ein neues zu gründen. Buchholz: „Das klingt weniger cool als ein Start-up, doch die Erfolgschancen sind oftmals deutlich besser.“

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