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Betriebsrat kämpft um 300 Arbeitsplätze

Stellenabbau bei Rheinmetall Betriebsrat kämpft um 300 Arbeitsplätze

Wie groß fällt der Stellenabbau bei Rheinmetall aus? Seit 9.30 Uhr tagt eine Betriebsversammlung in Kiel. Wie KN-online erfuhr, gibt es ein Gegenkonzept von IG Metall und Betriebsrat. Die Geschäftsführung will noch am Nachmittag darüber sprechen.   

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Betriebsversammlung in Kiel: Der Standort von Rheinmetall steht auf der Kippe.

Quelle: bos

Kiel. Inzwischen ist die Betriebsversammlung kurz unterbrochen. Am Nachmittag soll nun das Gegenkonzept des Betriebsrates vorgestellt werden. Es sieht vor, dass statt 170 mindestens 300 Arbeitsplätze erhalten werden sollen. Unter anderem wollen Gewerkschaft und Betriebsrat verhindern, dass die Prototypen-Fertigung abgezogen wird. Auch die geplante Auslagerung der Elektrofertigung soll verhindert werden.

Am Vormittag hatten die knapp 500 Mitarbeiter in Kiel gespannt auf das geblickt, was ihnen die Geschäftsführung präsentierte. Kurz vor Mittag wurde die Versammlung unterbrochen. Die Pläne des Düsseldorfer Konzerns sehen vor, dass der Firmensitz des Unternehmens von Kiel nach Unterlüß (bei Celle) verlagert wird und knapp 320 Stellen hier wegfallen werden. Etwa 190 Mitarbeitern soll eine Stelle im Werk in der Lüneburger Heide angeboten werden.

Die Planungen des Unternehmens hatte Geschäftsführer Ralf Prechtl den Mitarbeitern erläutert. Sie basieren auf einer umfassenden Analyse der Struktur des Unternehmens, das bisher an vier Standorten vertreten ist. Nun sollen Kiel und Kassel deutlich verkleinert und das Werk in Gersthofen mit 50 Mitarbeitern geschlossen werden. Unterlüß soll mit dann insgesamt rund 730 Mitarbeitern zur neuen Zentrale und dem großen Produktionsstandort des Unternehmens aufgebaut werden. Denn die Zeit drängt. RLS hat deutliche Einbußen bei Umsatz, Auftragseingang und Gewinn zu verzeichnen, ist aus Kreisen des Unternehmens zu hören. So soll der Umsatz deutlich unter den ohnehin schon im Vergleich zum Vorjahr reduzierten Planungen liegen. 2011 lag er bei rund 335 Millionen Euro. Derzeit soll RLS zudem rote Zahlen schreiben, bis zum Jahresende wird nach aktuellem Stand allerdings noch eine „schwarze Null“ erwartet. Durch den Umbau sollen nun jährliche Kosten im zweistelligen Millionenbereich eingespart werden. Doppelfunktionen werden abgebaut, viele Planungs- und Produktionsprozesse neu geordnet. Die Umsetzung der Maßnahmen ist für dieses und das kommende Jahr geplant. In der Diskussion war offenbar auch, alles auf einen Standort zu konzentrieren. Davon wurde zwar Abstand genommen. Doch Arbeitnehmervertreter in Kiel wie in Kassel fürchten, dass mittelfristig doch noch das Aus für die beiden Standorte kommen könnte.

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