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Wirtschaft Breitband-Netz mit großen Lücken
Nachrichten Wirtschaft Breitband-Netz mit großen Lücken
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07:05 01.10.2015
Von Ulrich Metschies
Unsere Online-Umfrage zeigt: Internet-Verbindungen im Großraum Kiel sind oft viel zu langsam Quelle: CartoDB/Tanja Köhler
Kiel

Vor allem auf dem Land – im Bereich Dänischer Wohld, in der Probstei sowie um die Orte Preetz, Plön und Ascheberg – müssen sich auffällig viele Nutzer mit Verbindungsgeschwindigkeiten herumplagen, die das Senden und Empfangen größerer Datenmengen und damit auch die Nutzung von Streaming-Diensten oder Video-Telefonie zum ärgerlichen Geduldsspiel machen – oder sogar komplett vereiteln.

Mit rund 460 Teilnehmern ist die Umfrage zwar nicht repräsentativ, sie zeigt jedoch, wie groß der Handlungsbedarf ist. Denn während der Netzausbau auf dem Land aufgrund der hohen Kosten nur schleppend vorankommt, wächst der Bandbreitenhunger der Nutzer rasant. Galt noch vor einigen Jahren eine Geschwindigkeit von einem Megabit pro Sekunde als „schnelles Internet“, so wünscht sich der Umfrage zufolge heute mehr als die Hälfte der Nutzer in der Region eine Rate von 50 Mbit/s und mehr. Tatsächlich verfügbar ist diese Geschwindigkeit jedoch nur für ein Viertel. Erschreckend hoch ist der Anteil der Nutzer, die noch immer mit weniger als zwei Mbit pro Sekunde im Netz unterwegs sind.

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) warnte angesichts der schlechten Umfrage-Ergebnisse außerhalb der Städte: „Der ländliche Raum droht abgehängt zu werden.“ Das Land werde daher seine Breitbandstrategie weiter mit Hochdruck vorantrieben: „Wir wollen bis 2030 eine flächendeckende Glasfaserinfrastruktur schaffen, die eindeutig die zukunftsfähigste Technologie ist.“ Derzeit können nach Angaben Meyers 23 Prozent der Haushalte in Schleswig-Holstein Glasfaser in ihren Häusern und Wohnungen bekommen: „Das ist bei einem Bundesdurchschnitt von unter fünf Prozent ein absoluter Spitzenwert.“ Insgesamt liegt die Versorgung in Schleswig-Holstein mit 50 Mbit und mehr bei 70 Prozent – damit liegt das Land auf Platz zwei der Flächenländer.

Aus Sicht der Wirtschaft ist das jedoch kein Trost: „Die vielerorts unzureichende Breitbandversorgung erschwert die Teilnahme der Unternehmen an produktivitätsrelevanten Trends, erschwert die Kundenakquise und verursacht Umsatz- und Auftragsverluste“, warnt Klaus-Hinrich Vater, Präsident der IHK Kiel. Grundsätzlich sei das Land mit seiner Breitbandstrategie zwar auf dem richtigen Weg. Dennoch, dürften beim „hehren und richtigen Infrastrukturziel eines flächendeckenden Glasfaserausbaus Zwischentechnologien kein Tabu sein“.

Marktführer Telekom sieht sich für die Lücken nicht verantwortlich: „Wir investieren jährlich bis zu vier Milliarden Euro in den Netzausbau und schnelle Internetanschlüsse“, sagt Sprecherin Stefanie Halle. „Das macht kein anderes Unternehmen.“ Wo sich der Eigenausbau rechne, baue die Telekom auch, jedoch immer in Absprache mit der Kommune. In Gebieten, in denen eine Deckungslücke entstehe, versuche der Konzern den Ausbau mit den Kommunen über das Kooperationsmodell zu verwirklichen – in diesem Fall finanzieren die Kommunen die Deckungslücke.

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