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Wirtschaft Kritik an LNG-Terminal
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08:00 13.12.2017
Von Frank Behling
Bislang kam LNG mit Lkw aus Rotterdam nach Brunsbüttel und wird dort auf Eisenbahnwaggons umgeladen. Bald soll dort auch ein Terminal für die Anlieferung mit Schiffen entstehen. Quelle: Bodo Marks

Für die einen ist verflüssigtes Erdgas (LNG) die Lösung der Schadstoffprobleme bei Dieselmotoren. Beim Einsatz des auf 162 Grad Minus heruntergekühlten Flüssigerdgases werden auf Schiffen die Emissionen von Schwefeldioxid, Stickoxid sowie Ruß und Feinstäube reduziert – zum Teil um mehr als 90 Prozent. Der Haken an der Sache: In Deutschland gibt es bislang noch kein Importterminal für LNG. Das aus Nordnorwegen, dem Persischen Golf, der Karibik, den USA oder aus Westafrika kommende LNG wird bislang in Terminals in Polen, Litauen, den Niederlanden, Belgien oder Frankreich gelöscht und von dort per Pipeline nach Deutschland transportiert. Der Standort für den ersten eigenen Importterminal für LNG soll nach dem Willen der Landesregierung in Brunsbüttel entstehen, von wo aus auch Schiffe in Hamburg oder Kiel mit LNG versorgt werden sollen.

Doch dagegen regt sich jetzt Widerstand. Bei einem Strategietreffen von zehn Bürgerinitiativen wurde der Nutzung von Gas und dem Bau eines LNG-Terminals der Kampf angesagt. „Erdgas, das hauptsächlich aus Methan besteht, ist nur ein weiterer fossiler Energieträger, auf den wir aufgrund seiner klimaschädigenden Wirkung verzichten müssen“, heißt es in der gemeinsam unterzeichneten Abschlusserklärung des Treffens in Hamburg. Die Aktivisten kritisieren die negative Klimabilanz von Erdgas – egal ob im gasförmigen oder verflüssigten Zustand. Der Ausbau von Gasinfrastruktur – LNG-Terminals eingeschlossen – diene somit nicht dem Klimaschutz und der Energiewende. Er ziehe dringend benötigtes Investment in den Ausbau der Erneuerbaren Energien ab. Besonders dramatisch ist laut der Bürgerinitiativen die zunehmende Verwendung von Gas als Rohstoff für die Plastikherstellung, für Petrochemikalien und für Kunstdünger, wie dies am geplanten LNG-Standort Brunsbüttel vorgesehen ist. Die zehn norddeutschen Bürgerinitiativen und die Organisation Food und Water Europe fordern die Landesregierung Schleswig-Holsteins auf, den Bau des LNG-Terminals in Brunsbüttel abzulehnen.

Es ist der erste Protest, der sich gegen den Import-Terminal für LNG formiert. Zuvor hatten selbst Umweltorganisationen wie der Nabu die Nutzung von LNG zum Beispiel als Schiffstreibstoff als Schritt in die richtige Richtung bewertet. Der Grund: Die Welthandelsflotte verbraucht weltweit rund 220 Millionen Tonnen Schweröl und 60 Millionen Tonnen Diesel pro Jahr, was zu erheblichen Schadstoffmengen in der Luft führt. Mit LNG sollen in den kommenden 10 bis 15 Jahren diese Emissionen gesenkt werden.

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