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13:54 09.08.2013
Chinas Verbraucher können etwas aufatmen. Die Preise sind nicht so stark gestiegen wie befürchtet. Quelle: How Hwee Young
Peking

Am Vortag hatte die Behörde bereits unerwartet starke Außenhandelszahlen präsentiert.

Die Industrieproduktion stieg im Juli um 9,7 Prozent zum entsprechenden Vorjahresmonat. Im Juni war die Produktion um 8,9 Prozent geklettert. Volkswirte hatten für den Juli erneut einen Anstieg in dieser Größenordnung prognostiziert. Die Wirtschaft profitiere von der Auslandsnachfrage, schreibt Christian Schulz, Volkswirt bei der Berenberg Bank. So wachse die Nachfrage aus den USA, während sie sich in der Eurozone stabilisiere. Im Juli wuchs der Handel mit der EU im Jahresvergleich um fünf Prozent und mit den USA um zehn Prozent.

Chinas Wirtschaft war im vergangenen Jahr nur noch um 7,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gewachsen - so langsam wie seit 1999 nicht mehr. Im ersten Quartal dieses Jahres sank die Wachstumsrate weiter auf 7,7 Prozent und im zweiten Quartal auf 7,5 Prozent - diesen Wert strebt die Regierung als Zielmarke für das laufende Jahr an.

Zuletzt zweifelten Experten jedoch an dem Ziel. Doch die jüngsten Daten stimmen wieder optimistischer. Denn auch die Einzelhandelsumsätze legten im Juli deutlich zu, allerdings etwas weniger als erwartet. Die Umsätze kletterten um 13,2 Prozent zum entsprechenden Vorjahresmonat. Im Juni waren die Umsätze im Einzelhandel noch um 13,3 Prozent geklettert.

Außerdem legten die wichtigen Autoabsätze weiter kräftig zu. Im vergangenen Monat wurden 1,24 Millionen Pkw ausgeliefert und damit 10,5 Prozent mehr als vor einem Jahr, wie die Vereinigung der chinesischen Hersteller (CAAM) am Freitag in Peking mitteilte. Seit Jahresbeginn waren es damit 9,9 Millionen Pkw - ein Plus von 13,4 Prozent. Jedes fünfte Auto, das in China verkauft wird, zählt laut deutschem Branchenverband VDA zu einer deutschen Konzernmarke. Seit 2005 haben deutsche Pkw-Hersteller ihren Absatz in China versiebenfacht.

Außerdem stiegen die Verbraucherpreise schwächer als erwartet. Wie im Juni sind die Verbraucherpreise um 2,7 Prozent im Jahresvergleich gestiegen. Analysten hatten mit 2,8 Prozent gerechnet. Damit liegt der Anstieg der Preise noch deutlich unter dem Ziel der Regierung von rund 3,5 Prozent für dieses Jahr.

"Die Inflation bleibt aus Sicht der Zentralbank sicherlich eine große Sorge", sagte Ökonom Shen Jianguang dem "Wall Street Journal". "Aber Unternehmen stehen immer noch unter immensem Druck, und die Zinsen sollten gesenkt werden." Ähnlich äußerten sich auch andere Volkswirte. Als Zeichen für eine rückläufige Nachfrage gilt die jüngste Entwicklung des Erzeugerpreisindex, der im Juli sogar um 2,3 Prozent fiel. 17 Monate in Folge ist der Index bereits zurückgegangen.

Die Rufe nach weiteren Lockerungsmaßnahmen der chinesischen Notenbank (PBOC) dürften jedoch unerhört bleiben. Im aktuellen Umfeld dürften die Währungshüter kaum Handlungsbedarf sehen, schreibt die NordLB in einem Kommentar. "Die Preisentwicklung passt schließlich zu der politisch gewünschten Wachstumsverlangsamung." Die NordLB erwartet zwar, dass die PBOC in der zweiten Jahreshälfte ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte senken wir. Ein Abrücken von der grundsätzlich restriktiven Geldpolitik sei allerdings "äußerst unwahrscheinlich".

dpa

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