Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Wirtschaft Computerpanne legt Nasdaq stundenlang lahm
Nachrichten Wirtschaft Computerpanne legt Nasdaq stundenlang lahm
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:42 23.08.2013
Blackout bei der Nasdaq: Stundenlang konnte am Donnerstag keine einzelne Aktie an der amerikanischen Technologiebörse gehandelt werden. Foto: Jason Szenes
New York

Weltweit konnte daraufhin rund drei Stunden lang keine einzige Aktie oder Aktienoption an der Nasdaq gehandelt werden.

Das hatte auch Auswirkungen auf den Handel an den rund 50 kleineren Regionalbörsen in den USA. Die neuerliche Panne wirft erneut Fragen über die Stabilität der Handelssysteme an den großen Börsen auf. Börsenmakler klagten über massive Umsatzeinbußen. Auch US-Präsident Barack Obama ließ sich über den Zwischenfall informieren. Nun sollen die Chefs der Börsenbetreiber in Washington darüber beraten, wie die Systeme verbessert werden können, hieß es in einer Regierungsmitteilung.

Erste Konsequenz aus dem Blackout: Alle Aufträge, die zwischen 18.23 Uhr und der Wiederaufnahme des Handels um 21.25 Uhr deutscher Zeit bei der Nasdaq eingingen, wurden gestrichen. Dort haben Großkonzerne wie Apple, Google oder Microsoft ihre Börsenheimat.

Der Ausfall sei durch eine Störung der Verbindung zum großen Nasdaq-Konkurrenten NYSE Euronext ausgelöst worden sein, der die Börse an der Wall Street betreibt, berichtete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Die technischen Probleme seien bereits nach einer halben Stunden gelöst gewesen, teilte die Nasdaq mit. Die übrige Zeit sei nötig gewesen, um sich mit anderen Börsenbetreibern, Aufsehern und Marktteilnehmern abzustimmen und einen geordneten Neustart des Handels zu gewährleisten.

Insgesamt wurden in den USA am Donnerstag nur rund 4,4 Milliarden Aktien gehandelt, 30 Prozent weniger als im Durchschnitt der vergangenen drei Monate. Nur einmal in den vergangenen fünf Jahren wurde an einem vollen Handelstag weniger Umsatz gemacht.

Es war bereits die zweite technische Panne an den US-Börsen in dieser Woche. Am Dienstag hatte die US-Investmentbank Goldman Sachs wegen technischer Probleme massenhaft fehlerhafte Kaufaufträge an die Optionsmärkte geschickt. Daraufhin brauchten die Börsenbetreiber fast einen ganzen Tag, um die Order durchzuschauen und zu streichen.

Die Nasdaq hatte im vergangenen Jahr bereits mit dem verpatzten Börsengang von Facebook für Negativschlagzeilen gesorgt. Die Nasdaq-Systeme waren der Flut von Kauf- und Verkaufsaufträgen nicht gewachsen, wie die Börsenaufsicht SEC feststellte. Sie verdonnerte den Börsenbetreiber zu einer Rekordstrafe von 10 Millionen Dollar.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Junge Arbeitnehmer in Deutschland sind einer Umfrage im Auftrag der IG Metall zufolge ziemlich unzufrieden mit ihrer beruflichen Situation. Ein knappes Drittel der bis zu 35-Jährigen sieht sich in prekäre Beschäftigungsverhältnisse gedrängt, geht aus einer repräsentativen Infratest-Umfrage im Auftrag der Gewerkschaft hervor.

23.08.2013

Die Bundesnetzagentur will Telefonkunden bei einem Anbieterwechsel künftig verstärkt vor Versorgungsausfällen schützen. Wie die Aufsichtsbehörde am Freitag mitteilte, werde geprüft, ob Unternehmen ihre Pflichten verletzen, wenn Kunden zu einem anderen Anbieter wechselten.

23.08.2013

Als Tim Cook vor zwei Jahren die Apple-Spitze vom todgeweihten Gründer Steve Jobs übernahm, war das Vertrauen der Investoren noch ungebrochen. Apple kitzelte die Fantasie der Börse mit Milliarden-Gewinnen, Beobachter malten sich ein stetes Feuerwerk von Innovationen aus, die immer weitere Branchen umkrempeln.

23.08.2013
Anzeige