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Wirtschaft In Schleswig-Holstein wächst Empörung
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08:00 25.09.2018
Von Ulrich Metschies
Je länger sich die Suche nach einer Lösung hinzieht, desto näher rückt auch in Kiel ein Diesel-Fahrverbot. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

 „Was da am Wochenende in Berlin passiert ist, ist überflüssig und absolut ärgerlich“, sagt Jan-Nikolas Sontag, Geschäftsführer des Kraftfahrzeuggewebeverbandes Schleswig-Holstein.

Verjüngung der Flotte ist "wirtschaftlicher Bödsinn"

Wie berichtet, waren die Bundesregierung und die Chefs der deutschen Autoindustrie am Sonntag beim „Dieselgipfel“ erneut ohne eine Verständigung beim Streitthema Hardware-Nachrüstung auseinandergegangen. „Schon wieder wurde wertvolle Zeit vertan – dabei brauchen die Kunden und Werkstätten endlich eine technische Zulassung von Nachrüstungslösungen, von denen wir schon lange wissen, dass sie funktionieren“, so Sontag.

Als „wirtschaftlichen Blödsinn“ bezeichnete der Verbandschef die Vorstellung der Branche, das Stickoxid-Problem über eine „Verjüngung der Flotte“ in den Griff zu bekommen. Sontag: „Wir sprechen hier über den Austausch technisch ansonsten einwandfreier Fahrzeuge, die erst zwei bis drei Jahre als sind.“

ADAC wirft den Herstellern fadenscheinige Argumente vor

Als „fadenscheinig“ bezeichnet der ADAC die Argumentation der Hersteller, eine technische Nachrüstung der Fahrzeuge sei zu teuer und trage nicht zu einer deutlichen Reduzierung der Stickoxid-Emissionen bei: „Wir haben durch Tests an mehreren Fahrzeugen längst bewiesen, dass eine Hardware-Nachrüstung eine Schadstoffreduzierung um bis zu 90 Prozent bewirkt und dabei für die Motoren auch völlig unschädlich ist“, sagt Christoph Hieff, Sprecher des ADAC Hansa mit Sitz in Hamburg.

Buchholz plädiert für "faire Kostenverteilung"

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) warnte mit Blick auf die Luftqualität und drohende Fahrverbote erneut davor, bei der Lösung der Abgasprobleme Zeit zu verlieren. In den Fällen, in denen Hersteller am Abgassystem manipuliert haben, müssten auch sie die vollen Kosten der Nachbesserung tragen. Doch vor allem gehe es um eine Abgasreduzierung bei älteren Euro4- und Euro5-Fahrzeugen, an denen nicht manipuliert wurde.

Hier hält Buchholz eine Drittelung der Kosten für eine „faire Lösung“. Zu gleichen Teilen sollten die Hersteller, der Bund und die Halter die Kosten tragen. Einen entsprechenden Vorstoß hat Schleswig-Holstein im Bundesrat auf den Weg gebracht.

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